Sexualität & Heilung – Über die Lust, ganz zu werden

Sexualität & Heilung – Über die Lust, ganz zu werden

Philipp Alsleben

Es ist Frühling, lass uns über Sex reden! Wir machen es uns in einer Ecke gemütlich mit einem leckeren Tee und viel Zeit. Alle Probleme und Verdrehtheiten lassen wir erst mal beiseite. Erzähl mir etwas von Dir, das Du noch nie jemandem erzählt hast. Ich möchte wissen, wie es für Dich ist, hier und jetzt in Deinem Körper zu sein. Erzähl mir, worauf Du Lust hast … 

Ganz werden

Eine Freundin fragte neugierig: „Ist Dein Job eigentlich, Menschen zur Lust zu verhelfen?“ Ja, genau, zu Lebenslust und allem, was dazu gehört. Mir geht es um Ganzheit. Um die Verbindung von Körper, Gefühl und Verstand. Und um die richtige Reihenfolge: wir haben die Welt zuerst über das Spüren entdeckt, über alle Sinne, körperlich. Dann kamen Gefühle, Bilder, Träume und Fantasien, die unsere Beziehungen prägen. Später erst kamen dann Gedanken, Konzepte, Ideen und Ziele dazu, um uns besser zu organisieren und verständigen zu können. Wir können diese natürliche Reihenfolge der Entwicklung nutzen, um wieder ganz zu werden. Leider sind wir es gewohnt, alles aus dem Verstand lösen zu wollen. Doch Wohlbefinden kann nur im Körper entstehen. Wer bucht schon ein Wochenende für „Intellektuelle Wellness“? Oder eine Gefühls-Massage?

 

Sex, Schuld und Scham

Also, Sex … Ein seltsames Tabu-Thema. Wir wollen drüber reden und wollen es nicht. Natürlich hat das geschichtliche und kulturelle Gründe, wichtiger jedoch ist, was es mit uns persönlich macht und was wir wollen. Irgendetwas an dem Thema ist unangenehm. Es ist, als müssten wir einen schmutzigen Fleck auf dem schicken Hemd verstecken. Da ist so ein vager Anforderungsdruck, dem wir uns nicht gewachsen fühlen. Manche interpretieren ihn als Leistungsdruck: Sex als athletischer Wettkampf oder als Mittel für Aufmerksamkeit. Schauen wir tiefer, begegnet uns meist innerer Druck durch Schuldgefühle: „es nicht gut genug zu machen“ oder „zu viel zu sein“. Wir können Hollywood, der Pornoindustrie oder dem Einfluss der Kirche die Schuld geben, doch entscheidend ist: wir haben dieses Grundgefühl verinnerlicht. Es steuert uns. Wir identifizieren uns mit der Unterdrückung und Lähmung unserer ursprünglichen Kräfte und Impulse, die wir als Kinder einfach fühlen, frei entfalten und ausdrücken wollten.

„Ist das normal?“ werde ich oft in der Praxis gefragt. Ja, es ist sehr verbreitet, jedoch nicht gesund. Schuldgefühle entstehen aus Interpretationen im Kopf, mit denen wir unangenehme Gefühle kontrollieren und verdrängen. In dem Gefühl etwas zu schulden oder schuldig zu sein, haben wir die Hoffnung, es „wieder gut machen“ und etwas tun zu können, um uns zu „entschuldigen“. Die überwältigenderen Gefühle darunter, die wir lieber nicht fühlen wollen, sind oft Scham und Verunsicherung. Diese anzuerkennen und zu fühlen ist schwieriger, weil ich mich meiner Hilflosigkeit und Ohnmacht stellen muss. Und dann komme ich an die Angst, vielleicht eine sehr alte Angst. So haben wir uns als Kinder gefühlt. Da wir es damals jedoch nicht verarbeiten konnten, haben wir diese Schutzmechanismen darüber gelegt. Jetzt kommen wir durch sie nicht mehr zurück zu uns selbst, zu unserer Kraft, an unsere Ursprünglichkeit.

Warum tauchen gerade beim Thema Sex so schnell Verunsicherungen und Verletzungen auf? Die meisten von uns wurden schon sehr früh von ihrer Wahrnehmung und Entdeckung ihrer Empfindungen, Sinnlichkeit und Lust weggezogen – durch Zurechtweisungen, Zurückweisungen, Gebote und Verbote, durch Fremdeinflüsse oder sogar Grenzüberschreitungen. Was dadurch verloren ging, ist der natürliche, spielerische, genussvolle und vor allem sichere Raum, in dem wir uns als sexuelle Wesen entfalten können, die wir sind und von Anfang an waren. Uns fehlt die innere Sicherheit.

Diese Verluste und Verletzungen erschüttern unser inneres Verhältnis von männlichen und weiblichen Kräften und belasten die Beziehung zwischen Männern und Frauen. Wenn wir unsere innere Landschaft auf den anderen projizieren, entstehen Ablehnung, Misstrauen, Angst, Manipulation, Missbrauch, Sprachlosigkeit und Trennung. So wird die Spaltung immer mehr verstärkt und auch an Kinder wieder weitergegeben. Wir können daran etwas ändern.

Sexualität und Heilung

Egal, wo wir gerade persönlich damit stehen, ob wir uns abgeschnitten, verletzt oder „zu unerfahren“ fühlen, ob wir Angst haben oder uns abgelehnt und hilflos vorkommen – über unsere Sexualität können wir den Weg zurück zu unserer Ganzheit und Ursprünglichkeit finden. Denn sie berührt jeden Teil von uns mit einem Licht und einer schöpferischen Kraft, die stärker ist als alles andere. Darin liegt die Bedeutung von Sexualität für Heilung – und umgekehrt. Heilen, heil werden und an Heiliges anknüpfen passieren nicht von außen. Es geschieht von selbst, wenn wir den sicheren Raum und die freie Atmosphäre dafür finden.

Die größte Herausforderung liegt dabei in der Konfrontation mit Schmerz. Körperlichem, emotionalem und vor allem auch „Herz-Schmerz“. Alles, was Schmerzen unterdrückt oder vermeidet, verhindert Heilung. Vermeintliche Bewältigung, Symptomverschiebung und Anpassung für den Alltag mögen eine gute Erste-Hilfe sein, doch sie heilen nicht die tiefen Brüche und Risse in uns. Der Körper bietet uns dafür Schmerz an, damit wir das wiederfinden und wieder einbinden, was abgeschnitten wurde. Unsere natürliche Körperintelligenz ist dabei der Medizin und „Behandlung“ weit voraus.

Wenn ich meine Aufmerksamkeit auf den Kern richte und halte, der unter allen Verletzungen immer heil war und ist, dann kann ich oder mein Gegenüber lernen, daran anzuknüpfen. Von dort gesundet und entfaltet sich jeder von selbst.

Wenn wir uns erlauben, in Schmerzen, Ohnmachtsgefühle, Angst oder Verzweiflung hinein zu lauschen und nicht weg zu laufen, entdecken wir dahinter verschollene Kräfte, die uns beleben und uns Selbstsicherheit geben. Das kann uns nicht der Partner oder Therapeut geben. Diese Kraft liegt in uns. Wenn wir ihr folgen, entfaltet sie sich langsam und fließend in eine neue Bewegung von innen. Wir können dabei schüchtern und zaghaft sein, doch weder Angst noch Scham blockieren uns dann. So entdecken wir uns selbst und den Kontakt mit anderen neu.

Das braucht Langsamkeit. Geduld. Aufmerksamkeit ohne Druck. Eine Hingabe an den Körper und an das Dunkle und Tiefe in uns. Wachheit für feine Impulse und Richtungswechsel. Vertrauen in unseren Instinkt und alle Sinne: Wie riecht es? Wie schmeckt es? Wie klingt es? Wie fühlt es sich an? … Und dann den Mut, sich aus diesem neuen inneren Gefühl von „richtig und gut“ zu bewegen, zu zeigen, zu verbinden. Die Fülle ohne Mangel zu genießen. Das Strahlende zuzulassen.

Das ist unsere Essenz, die durch jede unserer Zellen fließt. Das ist unsere Sexualität – der Stoff, aus dem wir gemacht sind.

Übung zum Ausprobieren:

Erlaube Dir ab und zu mit anderen längeren Augenkontakt aufzunehmen. Schau einfach aufmerksam und entspannt und spüre Dich selbst dabei. Lass den anderen auf Dich wirken und lass Dich so sehen wie Du gerade bist.

Und Du?

Wie lebst Du das? Fühlst Du Dich darin ganz und strahlend? Gibt es eine Sehnsucht in Dir nach etwas „Vollerem“? Benutzt Du „Sex“ als Ersatzmittel, z. B. für Dein Bedürfnis nach Körperkontakt, nach Entspannung, nach Intimität, oder als „Lückenfüller“ für einen Mangel an Selbstbewusstsein, um Bestätigung oder Aufmerksamkeit zu bekommen?

Kannst Du nein sagen? Kannst Du Deine Wünsche und Fantasien teilen? Kannst Du loslassen, Kontrolle abgeben, Dich hingeben, wild und aggressiv sein, voll nehmen und ganz geben? Kannst Du mit jeder Zelle Deines Körpers lieben und Dich lieben lassen? Sind Dein Herz und Dein Kopf genauso dabei und frei wie Dein Becken?

Wie selbstbewusst kannst Du Dich in Deine Weiblichkeit und Deine Männlichkeit fallen lassen? Wie sehr kannst Du die Spannung zwischen den Polaritäten genießen? Und sogar vergrößern?

Die behutsame und ehrliche Arbeit mit solchen Fragen kann uns mit unserem gesunden Kern, mit Lebendigkeit, Spontaneität und Kreativität, Lust und Selbstbewusstsein wieder verbinden. Uns wieder ganz machen.

Darum geht es in der Entwicklungsarbeit mit der Verbindung von Körper und Psyche. Es ist wunderschön zu sehen, wie Menschen so mehr sie selbst werden – strahlender, jünger und erotischer – schön und anziehend!

 

Arbeits- und Forschungsgruppe

Vor kurzem habe ich zu diesen Themen eine Forschungs- und Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich regelmäßig in Freiburg trifft. Wir schaffen einen Raum, in dem wir Wünsche und Bedürfnisse, Grenzen und innere Blockaden und vor allem neue eigene Wege sicher und kreativ erkunden können. Ausführliche Informationen dazu gibt es auf meiner Webseite (www.catlike.de – Aktuelles – Sexualität & Heilung)

Dipl.-Psych. Philipp Alsleben, HP

Dipl.-Psych. Philipp Alsleben, HP

Praxis für Körper-Psychotherapie

Bertoldstr. 45, Freiburg
Telefon: 0761 4537346

Catlike – „Körper und Psyche verbinden“

Catlike – „Körper und Psyche verbinden“

Philipp Alsleben

Dipl.-Psychologe Philipp Alsleben, Heilpraktiker für Psychotherapie und Gründer der Catlike-Methode, im Gespräch mit LaVida

Philipp, was genau ist Catlike?

So nenne ich meinen Ansatz für persönliche Entwicklung und Heilungsprozesse. Ich wollte eine Systematik finden, die so effektiv und lebensnah ist, dass man ganz konkrete Verbesserungen direkt erfährt – und nicht erst nach drei Jahren Therapie! Dabei ist mir das Wichtigste an Catlike die Verbindung von Körper und Psyche. Denn die übliche Trennung von beidem ist die Hauptursache von Stress und Belastung. Catlike fokussiert darauf, Fähigkeiten und Kompetenzen zu entwickeln, und zwar durch unmittelbare Erfahrungen. Wir verändern uns durch Erfahrung, nicht durch reden und analysieren! Dabei arbeite ich prozessorientiert, das heißt, ich folge mehr dem Erleben und den Bedürfnissen des Klienten als äußeren Vorgaben. Ich behandle nicht, sondern unterstütze und verstärke den Fluss der Entwicklung oder Heilung. Das ist oft kreativ und spontan, auch wenn ich dabei festen Prinzipien folge.

Was bedeutet „Körper und Psyche verbinden“?

Unsere Gefühle, Gedanken, Wünsche usw. beruhen auf Körpererfahrungen. Wie haben wir z. B. gelernt zu zählen? Mit den Fingern. Unsere Persönlichkeit entsteht aus den psycho-somatischen Erfahrungen unserer Kindheit. Was wir erleben und fühlen, wird in den Muskeln und im Nervensystem gespeichert. Daraus ergeben sich Stärken und Schwächen, unterschiedliche Körperhaltungen und Charaktereigenschaften. Körper und Psyche sind eigentlich immer eine Einheit, aber es fühlt sich an wie eine neue Verbindung, wenn wir den Körper bewusst einbeziehen. Darauf basiert Catlike. 

Warum der Name „Catlike“?

Diese Arbeit macht die Menschen geschmeidiger, stabiler, balancierter und selbstständiger. Denk an eine Katze: Sie ist robust und zentriert und gleichzeitig sehr familienbezogen und fürsorglich. Darum geht es. Und noch etwas: Katzen sehen sehr scharf im Dunkeln. Sie können nachts jagen! Catlike fokussiert auf das, was im Dunkeln liegt – z. B. auf Tabus.

… auf Tabus? 

Ja, das, worüber man lieber nicht sprechen will! Da, wo es heiß und unsicher wird. Typische Tabus sind Aggressivität und Sexualität. Aggressivität ist „böse“ und Sexualität ist „pfui“. Damit kämpft fast jeder von uns. Aber ihre natürliche Grundlage im Körper ist sehr vitalisierend – und wir alle haben sie in uns. Wir brauchen Aggression, um Grenzen zu setzen und uns sicher zu fühlen! Und Sexualität ist wichtig für Kreativität, Spontaneität, einen wachen Geist und für den wunderbaren Magnetismus zwischen Menschen. Beides wirkt verjüngend und kräftigend, wenn wir sie nicht blockieren. Also müssen wir die Ängste und Blockaden lösen … 

Wie sieht das in der Praxis aus?

Wenn jemand z. B. mit einem emotionalen Konflikt zu mir kommt, dann schauen wir, was sein Körper dazu sagt. Im Körper liegt der Schlüssel. Bei Verspannungen und Schmerzen – häufig Rücken- und Gelenkschmerzen – geht es darum, den emotionalen oder zwischenmenschlichen Konflikt darin zu erkennen und dann die Blockade auf der Körperebene aufzulösen – in Verbindung mit dem Konfliktthema. Dabei sind der Grundtonus und die Beweglichkeit in den Muskeln besonders wichtig.

Was haben Muskeln mit der Psyche zu tun?

Jeder Muskel hat auch eine psychische und soziale Funktion, das wird in der Medizin und im Sport nicht berücksichtigt. Ein Muskel kann durch starke emotionale Erlebnisse zu viel oder zu wenig Energie haben, was unsere Gefühle und Fähigkeiten beeinflusst. Schmerzende Muskeln haben meist eher zu wenig Energie und andere Muskeln kompensieren das mit chronischer Überspannung. Zu mir kommen oft Menschen mit ungeklärten und chronischen Symptomen, bei denen die Ärzte nicht weiter wissen. Ich helfe, emotionale und Trauma-Blockaden in den Muskeln zu lösen, wodurch Menschen beweglicher und freier werden – egal wie alt jemand ist.

Was würdest Du zum Beispiel bei Depression oder Erschöpfung machen?

Depression, Antriebsmangel, Überspanntheit … das ist ja etwas sehr Körperliches. Die Atmung ist flach und gebremst, und das Nervensystem hält Impulse so sehr zurück, dass die Muskeln starr oder wie gelähmt sind. Alles erscheint dann unglaublich anstrengend. Gefühle sind betäubt und die Gedanken rasen im Kopf, weil die Verbindung zum Körper fehlt! Ich helfe, die ursprünglichen Impulse wiederzuentdecken, sie in Bewegung zu bringen und sie dann im zwischenmenschlichen Kontakt als ganze Person mit neuen Gefühlen und Gedanken zu erleben.

Also geht es um mehr Ausdruck von Gefühlen und Impulsen?

Die eigentliche Baustelle sind nicht Gefühle oder Impulse, Kindheitserfahrungen oder der „Alltagsstress“, sondern unsere eingefahrenen unbewussten Schutzmechanismen. Sie blockieren uns innerlich und erdrücken unsere Lebendigkeit. An der Stelle brauchen wir Unterstützung für einen neuen, intelligenteren und gesünderen Umgang mit uns selbst. Dann können wir unseren echten Bedürfnissen und Wünschen freier folgen. Das Wichtigste für jeden Klienten ist es, eine positive, fühlbare Vision für die Zukunft, für das Leben zu entwickeln. Nicht stecken zu bleiben.

Hast Du ein Beispiel dafür?

Ein Klassiker ist Abgrenzung, also die Fähigkeit, „nein!“ und „stopp!“ sagen zu können. Sie fehlt uns fast allen mehr oder weniger, weil Eltern auf die Abgrenzung der Kinder häufig mit Ablehnung reagieren. Dann geben die Kinder ihre Grenzen auf. Wir schlucken fremde Anforderungen und unsere Wut runter, verlieren unseren Stolz und ziehen uns zurück. Oder wir verbarrikadieren uns so hart, dass wir unsozial werden. Die meisten Beziehungskonflikte entstehen aus fehlender Abgrenzung. Viele Menschen wissen gar nicht, was Grenzen überhaupt sind! Ich leite sie dann an, erstmal direkte Körpererfahrung mit Grenzen zu machen, sie zu spüren, zu setzen, zu halten … und sie merken, dass sich das saugut anfühlt! Befreiend. Denn Grenzen sind eigentlich Kontaktflächen: keine Grenze – kein Kontakt.

Also Abgrenzung ist wichtig – was noch?

Ich arbeite mit etwa zehn Grundkompetenzen, die wir in der Kindheit und Jugend über Bewegung und Körpererfahrung lernen und die unsere Persönlichkeit formen. Die wichtigste ist Zentrierung – das heißt, in der eigenen Mitte bleiben zu können und das Selbstgefühl nicht zu verlieren. Und dann brauchen Menschen oft bessere Erdung: das ist die Fähigkeit, Ideen und Gefühle mit dem Körper, mit der Hier-und-Jetzt-Realität zu verbinden. Das ist besonders wichtig nach Traumatisierungen, wenn Menschen ihr Körpergefühl und innere Sicherheit verloren haben. Aber ganz wichtig: diese Grundfähigkeiten entstehen nicht isoliert, sondern brauchen zur gesunden Entfaltung guten Kontakt!

Warum ist Kontakt so wichtig? Meinst Du Beziehung?

„Beziehung“ ist mir zu abstrakt. Ich meine ganz konkrete Kontakt-Erfahrungen, die immer erstmal körperlich sind: Kontakt ist: Berührung … sich anschauen … Resonanz spüren … Jede Beziehung hängt von der Qualität des Kontaktes ab. Das ist eine Kunst, die wir ein Leben lang lernen! Wenn wir etwas nicht im Kontakt teilen können, dann verkümmert es in uns. Das zweite Grundbedürfnis für volle Gesundheit nenne ich Würde. Wenn mir meine Würde in etwas fehlt, fühle ich mich nicht vollständig, nicht „richtig“ oder irgendwie verletzt und suche ständig nach Schutz oder Bestätigung, z. B. durch meine Arbeit oder Anpassung an eine Gruppe. Ohne Kontakt und Würde verlieren Menschen ihr Strahlen und ihren gesunden Stolz.

Kann man also lernen, stolz zu sein?

Oh ja, unbedingt! Unsere Kultur betrachtet Stolz eher misstrauisch und negativ. Aber er ist eine so wichtige Grundemotion bei allen Rudeltieren – wie uns Menschen – denn sie zeigt meiner Gruppe: „Seht, das hier ist gut! Das ist ein Vorbild für alle.“ Stolz macht, dass ich mich zeige. Das Gegenteil ist Scham – da will ich mich verstecken, weil ich mich falsch oder nicht angenommen fühle. Die sogenannten „sozialen Netzwerke“, Facebook usw. betrügen uns: wir wollen gesehen werden, aber es fehlt der echte Kontakt! Es gibt immer mehr unausgesprochene Scham und Angst, die nicht aufgelöst werden, weil guter Kontakt fehlt. „Ich bin stolz, eine Frau oder ein Mann zu sein“ – wer kann das ehrlich sagen und fühlen? Wir stecken da auch kulturell fest und brauchen neue Wege im Umgang mit uns selbst und mit anderen.

Gibt es in Deiner Arbeit auch eine spirituelle Ebene?

Oh ja, das ist ein sehr großes Thema … ! Ohne die geistige Ebene ist diese Arbeit … ist Heilung gar nicht möglich. Für mich bedeutet spirituell „das Ganze umfassend“. Wenn wir alles in uns verbinden: die feinstoffliche Ebene mit ihren vorgeburtlichen Prägungen, Muskeltonus, Körpergespür, Gefühle in der Begegnung, das intellektuelle Verstehen und die Poesie der richtigen Worte, dann kann die Verbundenheit mit „allem was ist“ ganz von selbst und spontan entstehen. Aber je weiter wir nach oben wollen, desto tiefere Wurzeln brauchen wir

Kann man also lernen, stolz zu sein?

Oh ja, unbedingt! Unsere Kultur betrachtet Stolz eher misstrauisch und negativ. Aber er ist eine so wichtige Grundemotion bei allen Rudeltieren – wie uns Menschen – denn sie zeigt meiner Gruppe: „Seht, das hier ist gut! Das ist ein Vorbild für alle.“ Stolz macht, dass ich mich zeige. Das Gegenteil ist Scham – da will ich mich verstecken, weil ich mich falsch oder nicht angenommen fühle. Die sogenannten „sozialen Netzwerke“, Facebook usw. betrügen uns: wir wollen gesehen werden, aber es fehlt der echte Kontakt! Es gibt immer mehr unausgesprochene Scham und Angst, die nicht aufgelöst werden, weil guter Kontakt fehlt. „Ich bin stolz, eine Frau oder ein Mann zu sein“ – wer kann das ehrlich sagen und fühlen? Wir stecken da auch kulturell fest und brauchen neue Wege im Umgang mit uns selbst und mit anderen.

Gibt es in Deiner Arbeit auch eine spirituelle Ebene?

Oh ja, das ist ein sehr großes Thema … ! Ohne die geistige Ebene ist diese Arbeit … ist Heilung gar nicht möglich. Für mich bedeutet spirituell „das Ganze umfassend“. Wenn wir alles in uns verbinden: die feinstoffliche Ebene mit ihren vorgeburtlichen Prägungen, Muskeltonus, Körpergespür, Gefühle in der Begegnung, das intellektuelle Verstehen und die Poesie der richtigen Worte, dann kann die Verbundenheit mit „allem was ist“ ganz von selbst und spontan entstehen. Aber je weiter wir nach oben wollen, desto tiefere Wurzeln brauchen wir

Das klingt wie eine gute Zusammenfassung!

Ja, finde ich auch.

Danke Dir für das Interview, Philipp!

Das vollständige Interview unter www.catlike.de

Dipl.-Psych. Philipp Alsleben, HP

Dipl.-Psych. Philipp Alsleben, HP

Praxis für Körper-Psychotherapie

Bertoldstr. 45, Freiburg
Telefon: 0761 4537346