Ayurveda – Interview mit Kerstin Rosenberg

Ayurveda – Interview mit Kerstin Rosenberg

Ayurveda – Interview mit Kerstin Rosenberg

“Ayurveda ist nicht kompliziert, aber komplex.” Gesunde Medizin im Gespräch mit Kerstin Rosenberg von der Europäischen Akademie für Ayurveda.
Wie sind Sie zum Ayurveda gekommen?

Ich begann mit 14 Yoga bei einem Yogalehrer aus einer alten ayurvedapraktizierenden Familie. Mit 18 besuchte ich das erste Mal Indien und hatte das Glück, dort den authentischen Ayurveda in den Familien kennenzulernen. Es war Liebe auf den ersten Blick und ich war fasziniert, wie sich mit Ayurveda der Alltag besser gestalten lässt. Zu Hause betrieb ich mit Studienfreunden ein Yogazentrum und gab ayurvedische Beratung. Und bin schließlich dabei geblieben.

Woran erkennt ein Klient das „echte“ Ayurveda?

Der wichtigste Indikator ist immer, dass der Mensch behandelt wird. Ayurveda ist nicht kompliziert, aber komplex. Am Anfang sollte immer eine Anamnese stehen. Das ist nicht nur der Konstitutionstest, sondern auch die Fragen nach dem Anliegen, den Problemen und Stärken des Klienten. Eine Massage sollte nicht immer nach dem gleichen Schema erfolgen, sondern auf die Bedürfnisse abgestimmt sein: Braucht die Person eher Entspannung und sanfte Berührungen, welches Öl ist passend? Das sind alles Kleinigkeiten. Ayurveda ist überall dort, wo die Prinzipien und das System verstanden wurden – auch wenn es an den westlichen Kulturkreis angepasst wurde.

Wie findet man einen guten Therapeuten?

Am besten sind Empfehlungen von Freunden oder von Ärzten. Auf der Internetseite des Berufsverbandes Europäischer Ayurveda-Mediziner und -Therapeuten e. V. (www.ayurveda-verband.eu) finden Interessierte eine Übersicht von Therapeuten, die die hohen Ausbildungsstandards des Verbandes erfüllen. Auch das eigene Bauchgefühl und die Zufriedenheit sind Anhaltspunkte. Ein guter Therapeut wird zum Beispiel nie Heilversprechen machen.

Welchen Tipp haben Sie für die Leser?

Für Einsteiger empfiehlt sich ein Kochkurs oder eine ayurvedische Beratung. Wer etwas mehr schnuppern möchte oder ein konkretes Anliegen hat, ist gut bei einer drei-bis fünftätigen Kur aufgehoben.

Wir danken Ihnen für das Gespräch!
Kerstin Rosenberg

.verfügt über langjährige Praxis- und Unterrichtserfahrung in ayurvedischer Ernährung und Psychologie. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie die Europäische Akademie für Ayurveda mit angeschlossenem Kurzentrum (www.ayurveda-akademie.org) in Birstein. Sie ist Autorin vieler Ayurveda-Bücher und bloggt zu aktuellen Ayurveda-Themen auf www.rosenberg-ayurmed.com.

Ayurveda: Die Lehre vom ausgeglichenem Leben

Ayurveda: Die Lehre vom ausgeglichenem Leben

Ayurveda: Die Lehre vom ausgeglichenem Leben

Stirnölguss, Massagen und ein wenig Entspannung – wohl jeder kennt Ayurveda als Wellnessangebot.

Doch eigentlich liefert er eine Anleitung für ein gesundes alltägliches Leben. Allem voran steht eine typgerechte Ernährung.

Ayurveda (Sanskrit = „Das Wissen vom Leben“) ist ein rund 2.000 Jahre altes traditionelles altindisches Medizinsystem zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten. Wie der Name nahelegt, beschäftigt es sich mit allen Bereichen des Lebens. Als gesund gilt ein Mensch, wenn er sich in einem harmonischen Gleichgewicht befindet. Doch wie das erreicht wird, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Denn jeder Mensch verfügt über eine andere Grundkonstitution. Diese wird bestimmt von drei Kräften, die im Körper wirken: den Doshas. Diese werden aus den fünf Elementen Luft, Feuer, Erde, Wasser und Äther gebildet, aus denen sich das Universum und der menschliche Körper zusammensetzen.

Vata steht für das Bewegungsprinzip (Beweglichkeit von Körper und Geist), Pitta für Feuer und Umsetzungskraft (Verdauung, Enzyme), Kapha für Stabilität und Festigkeit (Knochen und Lymphe). In jedem Menschen dominieren ein oder zwei dieser Kräfte und bestimmen seine körperliche Erscheinung und die Persönlichkeit: Welche Statur er hat, ob er schnell friert oder Kälte mag, warme Speisen bevorzugt, wie er auf Stress reagiert und wo seine gesundheitlichen Problemzonen liegen. Es ist wie beim Sport: Für den einen ist Auspowern genau das richtige, während es anderen nicht bekommt. Alles, was der Mensch nun aufnimmt – Nahrung, schlechte Gewohnheiten, Stress – beeinflusst dieses Gefüge. Gerät es aus dem Gleichgewicht, liegt eine Störung vor, die sich irgendwann zu einer Krankheit entwickeln kann. Dies zu verhindern, ist eine der Hauptaufgaben des Ayurveda. „80 Prozent der Lehre richtet sich auf die Gesundheitsfürsorge, nur 20 Prozent beschäftigt sich mit Heilung“, sagt Kerstin Rosenberg, Leiterin der Europäischen Akademie für Ayurveda.

Gesundheit geht durch den Bauch

Eine Schlüsselposition nimmt die Ernährung ein. Immerhin gelten 40 Prozent aller Erkrankungen als ernährungsbedingt und könnten dem Ayurveda zufolge allein durch eine bessere Ernährung und Lebensweise behandelt werden. Weitere 40 Prozent benötigen zusätzlich Kräuter und spezielle ayurvedische Verfahren, 20 Prozent sind schwer beziehungsweise bestenfalls komplementärmedizinisch behandelbar. Dazu zählen z. B. Krebserkrankungen, bei denen Ayurveda helfen kann, die Nebenwirkungen der Therapie zu reduzieren.

Kern einer ayurvedischen Gesundheits- und Ernährungsberatung ist deshalb die Abstimmung der Ernährung auf den jeweiligen Konstitutionstypen. Denn diese unterscheiden sich in Stoffwechsel, Lebensgewohnheiten und ihrem Hang zu Beschwerden. Kerstin Rosenberg erklärt, warum pauschale Tipps nicht zum gewünschten Ziel führen. „Nehmen wir zwei Klienten mit dem gleichen Problem. Beide haben Übergewicht, was aus ayurvedischer Sicht eine Kapha-Störung ist, und möchten gern abnehmen. Der eine ist ein Vata-Mensch, der durch einen sprunghaften Stoffwechsel zu einer unregelmäßigen Verdauung, Blähungen und der Ansammlung von Bauchfett neigt, allerdings auch leicht abnimmt und sein Gewicht halten kann. Bei ihm gilt es, eine Unausgeglichenheit von Vata und Kapha zu behandeln. Der andere hat eine Kapha-Konstitution. Diese Menschen kämpfen häufig mit ihrem Gewicht, sie sind eben von Natur aus kräftiger, ein dauerhafter und radikaler Gewichtsverlust ist kaum möglich. Also steht bei ihm im Vordergrund, welches Abnehmziel überhaupt realistisch ist und mit welchen dauerhaften Lebens- und Ernährungsumstellungen sich das erreichen lässt. Denn aus einem Bernhardiner wird eben kein Windhund.“

Eine ayurvedische Ernährungs- und Gesundheitsberatung beginnt deshalb stets mit der Bestimmung der Konstitution und deren Störungen beim Klienten. Dafür braucht es viel Erfahrung. Ein Selbsttest kann lediglich eine Tendenz liefern. Denn neben unveränderlichen Merkmalen gibt es viele Aspekte, die sich erst im Gespräch ergeben. Nicht immer stimmt das Selbstbild mit der Realität überein. „Kapha ist beispielsweise eine Eigenschaft, die nicht sonderlich beliebt ist. Würde sich der Klient selbst einschätzen, käme er oft zu anderen Ergebnissen“, erläutert die Expertin. Am Ende erhält der Klient zu ihm passende Verhaltens- und Ernährungstipps und einen Speiseplan. Wichtig ist hierbei, dass er versteht, warum er zum Beispiel warme Speisen bevorzugen sollte oder ihm bei Stress ein Ingwertee mit Zitrone gut tut. „Gut ist eine Beratung, wenn der Klient eine Idee und Motivation dafür entwickelt, etwas zu verändern. Er soll sich verstanden fühlen“, sagt die Autorin zahlreicher Ayurveda-Ratgeber.

Weitaus umfassender ist eine ayurvedische Panchakarma-Kur. Sie widmet sich der Behandlung von Erkrankungen. Das Spektrum reicht von stressbedingten Beschwerden bis hin zu chronischen Erkrankungen wie Arthrose oder Hautproblemen sowie der Rehabilitation und Therapiebegleitung bei schweren Krankheiten. Ein Wellness-Aufenthalt nur mit Stirnölguss, entspannenden Ölmassagen und Entspannungsübungen ist das nicht. So kommen neben ayurvedischen Kräutern, psychologischer Begleitung oder einem Kochkurs verschiedene Reinigungsverfahren zum Einsatz. „Ausleitende Verfahren wie das Trinken von geklärter Butter, dem Ghee, Schwitzkuren, Einläufe, Aderlass oder Schröpfen sind gewöhnungsbedürftig. Ihr Ziel ist es, die Krankheitsfaktoren zu lösen, damit die Doshas anschließend wieder ins Gleichgewicht gebracht werden können“, erläutert Kerstin Rosenberg.

Den Körper bewusst erleben

Ayurveda kann Wellness, medizinisches Angebot und für Menschen jeden Alters ein Weg zur Gesunderhaltung sein. Wichtig ist in jedem Fall ein erfahrener Therapeut oder Behandler. Immerhin sind Tipps wie abwechslungsreich essen, genügend schlafen, ausreichend bewegen und Stress reduzieren allgemeingültig – doch der Ayurveda-Therapeut beziehungswese -Mediziner liefert den Klienten Erklärungen, warum diese Regeln so wichtig sind. Nicht immer ist die Lehre des Ayurveda alltagsbezogen. Wer in Schichten arbeitet und keine Kantine hat, kann eben nicht mittags warm essen oder zur gleichen Zeit aufstehen und schlafen. „Doch am wichtigsten ist es, die Prinzipien zu verstehen und auf das eigene Leben und die vorherrschenden Bedingungen anzupassen. Immerhin sagt das Ayurveda auch, dass 75 Prozent ayurvedische Lebensweise für ein gesundes Leben ausreichend sind“, sagt die Expertin. Ayurveda ist immer eine Mischung aus individuellen Empfehlungen und einem wohlwollenden Coaching, das die Ressourcen jedes Menschen einbezieht. Kerstin Rosenberg gibt den Klienten gern einen Rat auf den Weg: „Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Ihr Körper weiß, was ihm gut tut.“

Tipps für Ayurveda im Alltag
  1. Nehmen Sie täglich Zeit für sich selbst.
  2. Trinken Sie nach dem Aufstehen eine Tasse heißes Wasser – das reinigt von innen.
  3. Machen Sie das Mittagessen zu Ihrer Hauptmahlzeit. Dann ist Agni, das Verdauungsfeuer, am stärksten.
  4. Essen Sie nicht zu viel auf einmal. Der Magen sollte maximal zu zwei Dritteln gefüllt sein – das entspricht der Menge von zwei Händen.
  5. Trinken Sie am Nachmittag lieber salzige Brühe oder gesüßten Gewürztee (Chai) statt Kaffee. Wenn sich Müdigkeit breit macht, braucht der Körper kein Koffein, sondern Salz und Gewürze zum Fitwerden.
  6. Verwöhnen Sie sich täglich mit einem selbstgekochten Essen und nehmen Sie dies in Ruhe und entspannter Atmosphäre ein. Damit laden Sie die Batterien von Körper und Geist wieder neu auf.
  7. Schlafmangel stört Vata. Die beste Zeit für die Regeration des Körpers liegt zwischen 22 Uhr und 2 Uhr. Schichtarbeiter kämpfen häufig mit einer Vata-Störung, unabhängig von ihrer Konstitution. Warme Speisen und Ruhepausen nach dem Essen helfen, das Dosha auszubalancieren.
Welcher Typ bin ich?

Jedes Dosha ist für bestimmte physische und psychische Eigenschaften verantwortlich. Diese Übersicht zeigt eine Tendenz, welches Dosha vorherrscht. Eine genaue Analyse kann nur ein Ayurveda-Therapeut erstellen.

Vata (Wind)
Vata-Menschen sind bewegungsfreudig, haben viele Gedanken im Kopf, sind wechselhaft, kreativ, haben eine schlanke, drahtige Figur und frieren leicht.
Zu viel Vata führt zu Schlaflosigkeit, Nervosität, Beschwerden des Bewegungsapparats, Konzentrationsproblemen und Ängsten.
Vata-Menschen brauchen einen festen Lebensrhythmus mit regelmäßigen Schlaf- und Essenszeiten. Warme, nährende Speisen sind ideal.

Pitta (Feuer)
Pitta-Menschen sind energiegeladen, zielstrebig, scharfsinnig und arbeiten sehr konzentriert. Sie bevorzugen Sportarten, bei denen sie sich richtig auspowern können.
Zu viel Pitta äußert sich in Magen-Darm-Problemen wie Sodbrennen und Durchfall, Hauterkrankungen, Entzündlichkeiten sowie Gereiztheit.
Für die „feurigen“ Pitta-Menschen sind kühle, rohe Speisen wohltuend. Säuernde Lebensmittel wie rotes Fleisch, Zitrusfrüchte, Essig und Scharfes sollten reduziert werden. Gegen die innere Anspannung hilft körperliche Betätigung bei Sport, Haus- und Gartenarbeit.

Kapha (Erde)
Kapha-Menschen sind beständig, gutmütig und ausdauernd, ein Fels in der Brandung. Sie sind eher kräftig, neigen zu Übergewicht und Schwere.
Zu viel Kapha macht träge, müde, lustlos und führt zu Depressionen, Übergewicht und dem Hang zu Atemwegs- und Erkältungskrankheiten.
Kapha-Menschen sollten bewusst essen und nicht zu viel naschen. Eine Mahlzeit sollte viel Gemüse und Hülsenfrüchte sowie wenig Getreide und Fett enthalten. Empfehlenswert sind bittere und leichte Speisen wie z. B. Chicorée sowie scharfe Gewürze. Tägliche Bewegung bei Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Walken tut ihnen gut.

Ayurveda in Kürze

Nutzen: Eine aktuelle Studie an der Charité legt beispielsweise einen Nutzen bei einer Kniegelenkarthrose nahe.
Kosten: Erstkonsultation ca. 80 bis 120 Euro. Stationäre Behandlung in Deutschland um 250 Euro pro Tag. Günstiger in Indien und Sri Lanka. Abhyanga-Massage ca. 100 Euro, Öl-Stirnguss ca. 80 Euro.
Kostenträger: Selbstzahler. Einige private Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten.
Dauer: Medizinische Kur ca. zwei bis drei Wochen, Prävention-/Wellnesskur: eine Woche
Betreuung: Einzelberatungen. Gemeinsame Kurse.

Das traditionelle Ayurveda selbst ist nicht an eine bestimmte Religion oder spirituelle Methode gebunden. Heute gibt es jedoch Schulen, welche spirituelle Themen in den Mittelpunkt stellen. Am weitesten verbreitet ist das Maharishi-Ayurveda des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi, welcher in den 1960er Jahren ayurvedische Inhalte mit der so genannten Transzendentalen Meditation verband.

Interview mit der Biathletin Magdalena Neuner: “Mit Sonne im Herzen”

Interview mit der Biathletin Magdalena Neuner: “Mit Sonne im Herzen”

Interview mit der Biathletin Magdalena Neuner: “Mit Sonne im Herzen”

„Wenn ich mal keine richtige Lust habe, dann stelle ich mir vor, wie gut ich mich nach dem Training fühle, und gönne mir danach auch eine kleine Belohnung.“

Noch vor einigen Jahren waren Sie zu dieser Jahreszeit mitten im Training. Wie sieht ihr Tagesablauf heute aus?

Als ich noch Sportlerin war, habe ich viel Routine gehabt und jeder Tag war durchgetaktet: Morgens Training, nachmittags Training, essen, schlafen und ein bisschen Freizeit. Jetzt ist es so, dass jeder Tag komplett anders ist. Entweder ich habe Termine und bin unterwegs oder ich bin zu Hause. Da gibt es auch genug zu tun: Haushalt, Fanpost, Bürokram. Irgendwie ist es ganz anders. Aber ich genieße es auch sehr, dass ich die Freiheiten habe, wenn z. B. das Wetter schön ist, einfach an den See zu fahren. Das ist sehr schön.

Das permanente Training fällt jetzt weg. Wie halten Sie sich heute fit?

Ich mache immer noch viel Sport, weil das für mich nach wie vor ein ganz wichtiger Lebensinhalt ist. Mein Haupttraining ist Joggen, weil man dabei relativ flexibel ist und der Zeitaufwand überschaubar ist. Wenn ich etwas mehr Zeit habe, gehe ich Mountainbike fahren oder wandern – im Winter natürlich auch gerne Langlauf.

Wenn es draußen kalt und ungemütlich ist, haben viele Menschen Schwierigkeiten, sportlich aktiv zu bleiben. Haben Sie einen Ratschlag, wie man den inneren Schweinehund besiegen kann?

Wenn ich mal keine richtige Lust habe, dann stelle ich mir vor, wie gut ich mich nach dem Training fühle, und gönne mir danach auch eine kleine Belohnung, wie z. B. eine wohlige Wanne. Gut ist auch, wenn man sich kein Zeitlimit setzt, nach dem Motto, ich muss jetzt zwei Stunden trainieren, sondern einfach anfängt und schaut, was passiert. Und manchmal darf man den Sport auch einfach mal ausfallen lassen.

Welche Sportarten würden Sie für die Wintermonate empfehlen, die man mit und ohne Schnee regelmäßig ausüben kann?

Da bieten sich natürlich Indoor -Aktivitäten an, wie z. B. Schwimmen. Mit der richtigen Ausrüstung kann man aber eigentlich bei jedem Wetter auch joggen.

Die meisten Menschen haben Angst, sich im Winter zu erkälten. Gibt es etwas, was man beim Sport im Freien während der kalten Jahreszeit besonders beachten sollte?

Hier spielt die richtige Kleidung eine wichtige Rolle. Man darf sich nicht zu warm, aber auch nicht zu dünn anziehen. Am besten sind Sachen aus atmungsaktivem Material. Wenn man während des Trainings friert, dann sollte man sich aufwärmen. Regelmäßiges Training an der winterfrischen Luft stärkt die Abwehrkräfte, mir hat das immer gut getan.

Können Sie unseren Lesern ein paar Ratschläge geben, wie sie sich auf die Skisaison am besten vorgebreiten können?

Ich empfehle, circa einen Monat vorher die Ausdauer zu trainieren und 14 Tage, bevor es auf die Piste geht, ein- zweimal die Woche Skigymnastik zu machen. Dann sind die Muskeln und Gelenke fit für das Skivergnügen!

Es gibt wohl nichts Schöneres als die Dusche nach dem Sport. Im Winter leidet die zu Trockenheit neigende Haut jedoch doppelt. Können Sie unseren Leser Pflegetipps aus Ihrem Erfahrungsschatz geben.

Ja, das Problem mit trockener Haut kenne ich sehr gut. Ich benutze daher sehr reichhaltige Produkte mit einem hohen Anteil an Urea, da ich über die Jahre festgestellt habe, dass das meiner Haut wirklich hilft. Vor allem achte ich aber darauf, dass die Cremes nicht so fettig sind und Spuren hinterlassen. Das ist bei speziellen Produkten auf Schaum-Creme-Basis aus der Apotheke nicht der Fall und deshalb benutze ich diese Produkte einfach so gerne. Die Schaum-Cremes ziehen schneller ein und hinterlassen keine klebrige Schicht auf der Haut. Ich bin eine überzeugte Nutzerin.

Was ist das Geheimrezept hinter Ihrem strahlenden Aussehen?

Unabhängig von Pflegeprodukten glaube ich, dass Ausstrahlung und gutes Aussehen von innen kommen. Wenn ich zufriedener bin und wenn es mir gut geht, dann schau ich mich auch lieber im Spiegel an. Gute Pflegeprodukte und ausgewogene Ernährung wirken natürlich unterstützend und darauf achte ich auch jetzt nach meiner aktiven Sportlerkarriere noch sehr.

Wir danken Ihnen für das Gespräch!
Magdalena Neuner

wurde am 9. Februar 1987 in Garmisch-Partenkirchen geboren. „Lena“, wie ihr Spitzname lautet, stand mit vier Jahren erstmals auf Alpinski. Zwischen ihrem Debüt im Weltcup 2006 und dem Karriereende 2012 gewann Magdalena Neuner 34 Einzelrennen im Biathlon-Weltcup, dreimal den Gesamtweltcup und sieben Disziplinen-Weltcups. Mit insgesamt 63 Podiumsplatzierungen gehört sie zu den erfolgreichsten Sportlerinnen in der Geschichte des Weltcups. Bei Biathlon-Weltmeisterschaften ist sie mit zwölf Goldmedaillen Rekordtitelträgerin und stand insgesamt 17 Mal auf dem Podium.

Bitterstoffe: Gutes für den Magen

Bitterstoffe: Gutes für den Magen

Bitterstoffe: Gutes für den Magen

In der Weihnachtszeit wird besonders gut und reichlich gegessen. Viele klagen danach über Blähungen, Völlegefühl oder Bauchkrämpfe.

Es gibt allerdings auch Speisen, Heilpflanzen, Gewürze und pflanzliche Arzneimittel, die dem Magen gut tun, da sie Bitterstoffe enthalten. Bitterstoffe entfalten schon in der Mundhöhle ihre Wirkung. Sie lassen den Speichel fließen und gleichzeitig kurbeln sie die Produktion von Magen-, Galle- und Bauchspeicheldrüsensaft an.

Die gute Küche kennt auch Bitteres

In alten Küchentraditionen wurde immer darauf geachtet, dass auch bitter schmeckende Speisen auf den Tisch kommen. Aus Erfahrung wusste man, dass diese der Verdauung gut tun. Doch die Geschmäcker haben sich verändert. Während die Menschen zu früheren Zeiten offenbar kein Problem mit bitteren Geschmacksnoten hatten, werden diese heute als eher unangenehm empfunden. Schuld daran ist auch eine „Normierung“ des Geschmacks durch Fertiggerichte. So war auch das Gemüse früherer Zeiten wesentlich reicher an Bitterstoffen, denn aus „modernen“ Gemüsesorten und anderen Nahrungsmitteln ist zugunsten eines „angenehmeren“, süßeren Geschmacks der Großteil der Bitterstoffe herausgezüchtet worden. Wer verdauungsfreundlich kochen will, sollte also bewusst bittere Lebensmittel aus ökologischem Anbau mit einbeziehen: Salate wie Chicoree, Endivien, Radicchio, Rucola; Gemüse wie Blumenkohl, Rosenkohl (Vorsicht, kann auch Blähungen verursachen!), Spinat, Mangold, Fenchel, Brokkoli und Artischocken; Getreide wie Hirse und Amaranth; Obst wie Grapefruit, Orangen und Zitronen.

Der Endiviensalat – reich an Mineralien

Am Endiviensalat scheiden sich die Geister, da er aufgrund des Milchsaftes bitter schmeckt. Viele versuchen daher, dem Salat die Bitterstoffe durch Einlegen in lauwarmes Wasser zu entziehen. Dabei sind gerade die Bitterstoffe (bei Endivie: Lactucopikrin) besonders gesund. Wie alle bitter schmeckenden Salate sollte man ihn vor dem Hauptgang genießen, denn dann wirkt er appetitanregend und stimuliert die Magensäfte. Endiviensalat hat einen verhältnismäßig hohen Gehalt an Mineralstoffen (Kalium, Kalzium) und einigen Vitaminen, vor allem Folsäure und Vitamin A.

Richtig würzen mit Kräutern und Wildpflanzen

Aromatische Bitterstoffe sind in Gewürzpflanzen wie Basilikum, Bohnenkraut, Rosmarin, Estragon, Salbei, Thymian oder auch in Wermut, Calmus, Kurkuma, Engelwurz, Liebstöckel, Galgant und in Doldenblütlern wie Anis, Kümmel, Fenchel, Koriander sowie Dill enthalten. Reichliches Würzen mit Küchenkräutern macht vor allem fette, schwere Speisen besser verträglich. Sie regen die Verdauungsenzyme an und fördern so die Fettverdauung, lösen krampfartige Schmerzen im Magen-Darm-Bereich und vertreiben Blähungen. Auch gesammelte Wildpflanzen sind eine interessante Bereicherung für den Speiseplan, weil sie einen hohen Anteil an Bitterstoffen haben, so z. B. Sauerampfer, Löwenzahn oder Bärlauch.

Kümmel – gut zu Deftigem

Nicht alle mögen den Kümmel, aber er ist der ideale Begleiter zu allen deftigen Speisen. Auch macht er sich gut zu Brot, Gulasch, Kraut und Käse. Das Küchengewürz macht schwere Speisen, besonders fetthaltige Fleischgerichte, leichter verdaulich. Wirksam ist das ätherische Öl des Kümmels: Es bewirkt es, dass mehr Magensäure ausgeschüttet und so der Appetit angeregt wird. Zudem entspannt das ätherische Öl die Muskulatur im Verdauungstrakt und wirkt damit Blähungen und Völlegefühl entgegen. Und schließlich besitzt das Öl antibakterielle Eigenschaften und bekämpft potenzielle Krankheitserreger.

Bittere Medizin aus Heilpflanzen

Bitterstoffe gehören zu den wichtigsten Arzneistoffen der Naturheilkunde und sind bevorzugt in Wildpflanzen und Kräutern enthalten. Die wichtigsten pflanzlichen Verdauungshelfer sind Artischockenblätter, Mariendistel, Angelikawurzel (Engelwurz), Löwenzahn, Enzianwurzel, Tausendgüldenkraut, Kamille, Schafgarbe, Süßholzwurzel und Wermut. Sie sind teilweise Bestandteil von Verdauungstees oder erhältlich als Fertigpräparate (Dragees, Kapseln, Tabletten, Tropfen) und wirken krampflösend, entblähend, entzündungshemmend und leberschützend.

Artischockenblätter – Schutz für die Leber

Die distelartige Artischocke stammt aus dem Mittelmeerraum und ist dort schon seit alters her eine beliebte Gemüsespezialität. Bei uns hat sie sich erst spät eingebürgert. Die medizinischen Wirkstoffe der Artischocke sind die Extrakte ihrer Blätter, die Kaffeesäurederivate wie das Cynarin enthalten. Dieser Stoff schützt die Leber vor Giften und regt die Gallenblase dazu an, mehr Gallensäure in den Darm abzugeben. Dies fördert die Verdauung von Fetten. Darüber hinaus wirkt der Artischockenextrakt blutfett- und cholesterinsenkend, entzündungshemmend und krampflösend.

Bitter zum Dessert – Bitterschokolade

Früher nannte man sie mal „Herrenschokolade“, weil Kinder sie nicht mögen. Heute wird sie aber immer beliebter. Bitterschokolade besteht zu mindestens 60 Prozent aus Kakaomasse. Sie stimuliert aber weniger die Verdauung als vielmehr das Herz-Kreislauf-System.

Zeit für mich! Relaxen für die Schönheit

Zeit für mich! Relaxen für die Schönheit

Zeit für mich! Relaxen für die Schönheit

Gutes Aussehen ist nicht allein durch Cremen, Peelen und Pflegen zu erreichen.

Gerade in unseren hektischen Zeiten gehören Verwöhnen und Entspannen einfach dazu, um auch von innen heraus in Schönheit zu erstrahlen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten.

Dunkle Augenringe, fahler Teint, stumpfes zerzaustes Haar, kleine Fältchen der Erschöpfung – das sind die typischen äußeren Anzeichen von Stress und Müdigkeit. Wie anders wirkt man dagegen nach einem erholsamem Urlaub oder einem relaxten Wochenende mit viel Schlaf: Die Augen leuchten, die Wangen sind rosig, die Haut strahlt. So möchten wir am liebsten immer aussehen! Darum sollte man sich regelmäßig kleine Auszeiten gönnen, um den Alltag loszulassen und neue Gelassenheit und Kraft zu tanken.

Das kann schon im Kleinen beginnen, beispielsweise mit einem heißen Verwöhnbad mit duftenden Zusätzen nach Feierabend oder mit einer dampfenden Tasse würzigem Kräutertee zwischendurch. Ebenso wirken ein zehnminütiges Power-Nickerchen, eine halbe Stunde Meditieren oder intensives Musikhören unglaublich entspannend – wenn man es bewusst genießt. Darüber hinaus gibt es noch spezielle Relax-Angebote, die der Schönheit und dem Wohlbefinden gleichermaßen auf die Sprünge helfen.

Massagen: Verwöhnen Körper und Geist

Ganzkörper-, Rücken- oder Fuß-reflex-zonen-massage, Ayurveda-, Aroma- und Thai-Massagen – es gibt zahlreiche verschiedene Arten, um den Körper durch Kneten, Klopfen oder Streichen zu behandeln. Allen gemein ist die entspannende Wirkung auf verkrampfte Muskulatur und das Lösen von Blockaden. Extras wie duftende Öle oder meditative Musik erweitern den wohltuenden Effekt darüber hinaus auf Geist und Seele. Man lässt sämtliche Alltagsbelange hinter sich und genießt mit allen Sinnen, während sich Sorgenfalten glätten und die Haut mit dem reichhaltigen Öl verwöhnt
und gepflegt wird.

Sauna und Dampfbad: Wohltuende Wärme

Beide Wärme-Anwendungen wirken ähnlich. Durch die trockene Hitze der Sauna (60 bis 95 Grad) und die feuchte Hitze des Dampfbads (50 bis 60 Grad) wird die Haut um etwa zehn Grad und die Körpertemperatur um circa zwei Grad erhöht. Im Wechsel dazu erfolgt mehrmals eine schnelle Abkühlung durch eine Dusche oder Eintauchen in ein kaltes Becken. Dieser Wechsel stimuliert Kreislauf und Stoffwechsel, schwemmt Giftstoffe aus Haut und Bindegewebe. Saunagänge und Dampfbäder entspannen die Muskulatur und sorgen für einen prallen, rosigen Teint.

Lichtbäder: Balsam für die Seele

Hier gibt es verschiedene Varianten. Zum Beispiel die Farblichttherapie in der Sauna mit abwechselnd roter, gelber, grüner oder blauer Beleuchtung. Jede Farbe hat dabei eine eigene Wirkung auf die Psyche, so ist Blau harmonisierend, Gelb anregend, Grün ausgleichend und beruhigend. Herrlich erholsam und entspannend ist auch ein Sand-Lichtbad, das in einer Stunde einen Sommer-tag am Strand nachahmt. Man liegt auf warmem Sand und anfangs sanftes UV-Licht wird langsam heller und immer wärmer, bis es im Zenit steht und dann allmählich abnimmt, kühler und dunkler wird. Stark gegen den aktuellen Winterblues wirken so genannte Lichtduschen oder Tageslichtlampen, die bis zu 10.000 Lux erzielen. Sie strahlen dadurch sehr hell und gleichen den jahreszeitlich bedingten Lichtmangel aus, der bei vielen Menschen Niedergeschlagenheit auslöst. Neurologische Praxen bieten sie als Therapie an, man kann auch spezielle Schreibtischlampen kaufen und mittlerweile gibt es sogar ein Gerät, das therapeutisches Licht übers Ohr zu den empfindlichen Gehirnteilen weiterleitet.

Das tut mir gut

Ruth Bastuck
Agenturchefin, 3K Agentur für Kommunikation
“Ich mache morgens Yogaübungen und versuche, damit schon etwas gelassener in den Tag zu gehen. So ein Sonnengruß am frühen Morgen ist echt toll, dehnt, streckt und weckt den ganzen Körper. Am Abend entspanne ich mit einer großen Tasse Tee, am liebsten mit Zimt und Kardamom drin. Und wenn der Tag ganz schlimm war, hilft ein altes Hausmittel meiner Mutter: Wärmflasche auf den Bauch. Wirkt wohlige Wunder.”

Nicole Franke-Gricksch
Chefredakteurin von Gesunde Medizin
“Egal, ob es warm oder kalt ist, ich gehe laufen. Auch wenn es im Winter oft Überwindung kostet, in den leichten Laufklamotten loszutraben, ist es mir sehr wichtig. Während des Laufens fällt alle Anspannung von mir ab. Das Ergebnis ist eine Extra-Portion Energie und ein tolles Körpergefühl. Und mein Spiegelbild schaut mich danach mit rosa Wangen und strahlenden Augen an.”

Wohlfühlmomente zum Verschenken

Weihnachten steht vor der Tür und so mancher sucht noch immer nach einem passenden Geschenk. Eine schöne Idee ist da zum Beispiel ein Gutschein zur Entspannung. Ein breites und bundesweites Angebot für Geschenkgutscheine zum Erholen und Relaxen findet man im Internet etwa unter www.mydays.de, www.einmalige-erlebnisse.de oder www.erlebnisgeschenke.de.

Shiatsu: Sanfte Berührungen

Beim Shiatsu (übersetzt: Fingerdruck) handelt es sich um eine japanische Wohlfühl- und Relaxbehandlung, bei der durch sanfte Drucktechniken der Finger, Hände und llenbogen am bekleideten Körper gearbeitet wird. Die Berührungen dienen dazu, Blockaden zu lösen und so den Fluss der Lebensenergie (Ki) anzuregen. Denn wenn die Energie ungehindert fließt, werden Gesundheit und Lebensfreude gefördert – Voraussetzung für eine positive Ausstrahlung.

Floating: Traumhafte Schwerelosigkeit

Schwerelos in körperwarmem, hochkonzentriertem Salzwasser schweben, in einem speziellen Tank oder Becken, bevorzugt bei Stille und Dunkelheit – das ist Floating, ein besonders angesagter Wellness-Trend. Aufgrund der Wassertemperatur und der ausgeblendeten Außenreize soll sich das Gefühl für die eigenen Körpergrenzen auflösen und eine tiefe physische und geistige Entspannung erreicht werden. Eine herrliche Erfahrung, nach der man sich wie neugeboren fühlt. Und dank des Salzwassers zudem wohltuend bei vielen Hautproblemen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte.

Vier Relax-Übungen für zwischendurch

Augen schweifen lassen:
Ob im Büro oder zu Hause – unser Blick ist häufig auf den Computerbildschirm, den Fernseher oder eine Tätigkeit gerichtet. Darum immer mal wieder den Blick abwenden und aus dem Fenster auf einen Punkt möglichst weit in der Ferne schweifen lassen. Das beruhigt und entspannt die Augen.

Ruhig atmen:
Atmen Sie fünf Sekunden lang langsam ein, halten dann fünf Sekunden die Luft an und atmen anschließend zehn Sekunden lang wieder aus, dabei Augen schließen. Sechsmal wiederholen. Danach fühlen Sie sich sofort viel ruhiger.

Stress abschütteln:
Gerade aufgerichtet hinstellen, beide Arme hoch über den Kopf strecken und allen Stress in den Armen und Händen sammeln. Nun mit einem Seufzer beide Arme herabfallen lassen und dabei kräftig ausatmen. Hände schlaff hängen lassen und ausschütteln. Ein paar mal wiederholen.

Lockere Zunge:
Eine ganz simple Übung, für die Sie einfach nur Ihre Zunge entspannen müssen. Sie sollte ganz locker im Mund liegen, die Lippen sollten leicht geöffnet sein und der Kiefer leicht herabhängen. 30 Sekunden auf diesen Zustand konzentrieren.