Was tun bei Problemen mit der Verdauung?

Was tun bei Problemen mit der Verdauung?

GM

Für Leckermäuler ist die Advents- und Weihnachtszeit eine der Hochphasen im Jahreskalender. Süße Plätzchen, Marzipan und Lebkuchen geben sich ein Stelldichein mit üppigen Festtagsmenüs.

Kein Wunder, wenn dann an Neujahr Magen, Darm und Galle die weiße Fahne hissen. War der Vorsatz der Mäßigung nicht von Erfolg gekrönt, können Präparate aus der Apotheke das Bauchgrimmen lindern.

Es sagt sich ja so leicht, dass man in diesem Dezember nicht wieder so über die Stränge schlagen will wie im letzten. Steht erst einmal wieder der Plätzchenteller auf dem Tisch, greift die Hand ganz automatisch hinein in die süße Pracht. Und wer kann schon nein sagen, wenn an Weihnachten köstlicher Bratenduft das Haus erfüllt! Gern nimmt man noch einen kräftigen Nachschlag. In der Silvesternacht schließlich müssen die Sektkorken genauso knallen wie die Böller und Raketen. Unsere Geschmacksnerven freuen sich in dieser Zeit wie die Schneekönige, den Magen fragt man besser nicht nach seiner Meinung. Der so beharrliche Ignorierte schmollt jedoch, wenn man es zu toll treibt. Magenschmerzen, Sodbrennen, Verstopfung, Blähungen oder gar peinvolle Gallenkoliken melden sich bevorzugt in der Zeit, in der wir es uns besonders gut gehen lassen.

Keine Frage, die Köstlichkeiten, die rund um Weihnachten und Silvester auf den Tisch kommen, schmecken nicht nur gut, sie sind auch ein wichtiger Bestandteil des familiären Zusammenseins und stiften nach dem Motto „die Liebe geht durch den Magen“ auch Behaglichkeit. Sie sind nur nicht eben das, was man unter einer gesunden Ernährung versteht. Dafür sind die Anteile an Fett und Zucker zu hoch. Ein guter Appetit und allzu üppige Portionen überfordern dann leicht die Verdauungsorgane. So sorgt ein übervoller Magen für Magendrücken und Luftnot, wenn das die Atmung steuernde Zwerchfell eingezwängt wird. Kuchen, Schokolade und die Weihnachtsgans tragen mit ihrem Fettanteil zu einem trägen Darm bei. Verstopfung ist daher die natürliche Folge, wenn man in den Speiseplan nicht zugleich Ballaststoffe wie Vollkornbrot, rohes Gemüse und Obst einbaut.

Große Mengen an Fett, Zucker und Alkohol können auch Blähungen und Sodbrennen mitverursachen. So bilden sich Gase im Darm, wenn Bauchspeicheldrüse und Galle nicht ausreichend in der Lage sind, Fette aufzuspalten. Sodbrennen wiederum entsteht durch den Rückfluss von Magensäure und vorverdautem Nahrungsbrei in die Speiseröhre. Normalerweise wird das Zurückfließen durch einen Ringmuskel verhindert. Fette Mahlzeiten sowie Alkohol und Nikotin reduzieren jedoch die Muskelspannung. Gerade der „Verdauungsschnaps“ nach dem Festmenü und dem Dessert kann also der Tropfen zu viel sein, der das Fass buchstäblich zum Überlaufen bringt. Nicht zuletzt erhöhen schwere, fettreiche Mahlzeiten auch die Wahrscheinlichkeit einer Gallenkolik, die durch eine Blockade des Gallengangs durch Gallensteine ausgelöst wird. Da sich die Beschwerden gern nach dem Zubettgehen bemerkbar machen, ist die vielbesungene „Stille Nacht“ dann rasch vorbei.

Vernunft und gute Hilfsmittel

Um Ungemach in Magen und Darm abzuwenden, wäre es klüger, häufiger dem Verstand als den Gelüsten zu folgen. Und das heißt: Nichts übertreiben und wissen, wann’s genug ist. Auch wenn der Dezember vom ersten Advent bis zum Silvesterabend ausgefüllt ist mit festlichen Anlässen, muss man sich nicht jeder Versuchung aussetzen oder ihr gar ungehemmt nachgeben. Maßvoll genießt es sich oft sogar besser! So muss der Plätzchenteller ja keineswegs jeden Tag auf dem Tisch stehen. Auch bekommt es der Verdauung sehr gut, wenn man sich zwischen den Festtagen besonders gesund ernährt, beispielsweise mit fleischloser Küche, Salaten, Obst und Vollwertkost, die reich an Ballaststoffen ist. Die gelegentliche Völlerei fällt dann nicht so ins Gewicht und wird von den Verdauungsorganen auch meist gut verkraftet. Auch auf das „wie“ des Essens kommt es übrigens an: Wer langsam isst, gut kaut und keine Luft verschluckt, erspart dem Magen eine Menge Arbeit.

Eine notwendige Ergänzung zu gutem Essen ist möglichst viel Bewegung. Auch wenn das winterliche Wetter nicht immer einladend ist, wirkt ein längerer Verdauungsspaziergang wahre Wunder, wenn der Magen drückt. So kommt auch der Darm in Schwung und der Stuhlgang wird angeregt. Unterstützen kann man die Verdauung, indem man täglich vor und nach den Mahlzeiten lauwarmes Wasser trinkt. Auch ein Espresso ist nicht verkehrt, denn das Koffein regt die Verdauung und den Stoffwechsel an.

Sind die Beschwerden aber einmal da, gibt es auch Abhilfe, entweder durch nützliche Hausmittel oder durch Mittel aus der Apotheke. Bei Blähungen, Völlegefühl und Übelkeit bewähren sich Tees aus Anis, Fenchel, Kamille, Pfefferminze und Kümmel oder Präparate, die z. B. Artischocke und Mariendistel enthalten. Artischocke und Mariendistel kurbeln die Produktion von Gallensaft an und unterstützen so die Fettverdauung. Medikamente speziell gegen Blähungen enthalten oft die Wirkstoffe Dimeticon oder Simethicon – sie entschäumen und lösen Gasblasen im Darm auf. Bei einem gereizten Magen ist oft auch ein Mittel hilfreich, das die Magensäuresekretion beeinflusst. Auf sanfte, schonende Weise ist dies mit einem enzymatisch wirkenden Mittel möglich. Die zugesetzten Verdauungsenzyme nehmen Einfluss auf die Säureproduktion und optimieren die gesamten Verdauungsvorgänge, indem sie die Aufspaltung der Nährstoffe erleichtern. Wird das Sodbrennen zur Qual, können ein Glas Milch, Möhrensaft, ein geriebener Apfel, Sellerie, Sauerkraut oder in Wasser gelöste Heilerde die überschüssige Magensäure neutralisieren. Gegen Sodbrennen gibt es allerdings auch rezeptfreie Medikamente mit Wirkstoffen wie Kalzium- und Magnesiumkarbonat, Aluminium- und Magnesiumhydroxid, Hydrotalcid und Magaldrat. Diese gibt es als Tablette, Kautablette oder Liquid. Wenn es längere Zeit mit dem Stuhlgang nicht klappen will, stehen unterschiedliche pflanzliche und synthetische Präparate zur Verfügung, wie z. B. Indische Flohsamen oder Medikamente mit Lactose, Macrogol, Bisacodyl oder Natriumpicosulfat. Abführmittel sollten grundsätzlich mit viel Flüssigkeit eingenommen werden. Sind die Verdauungsbeschwerden mit Darmkrämpfen verbunden, empfehlen sich krampflösende Mittel wie Butylscopolamin oder Mebeverin. Bisweilen hilft aber auch schon eine simple Wärmflasche auf dem rebellierenden Bauch.

Neue Ideen für das Leben: Ingeborg L. Weber über Kinesiologie

Neue Ideen für das Leben: Ingeborg L. Weber über Kinesiologie

GM

Gesunde Medizin sprach mit Ingeborg L. Weber, Heilpraktikerin, Dipl. Gerontologin und erste Vorsitzende des Europäischen Verbandes für Kinesiologie.
Wie sind Sie zur Kinesiologie gekommen?

In einer beruflich sehr schweren Zeit hat mir die Beschäftigung mit Kinesiologe geholfen, eine andere Sicht der Dinge einzunehmen, und die großen Zusammenhänge zu erkennen. Ich entdeckte, dass kleine Dinge Großes bewirken. Da mir eine solide Ausbildung wichtig ist, habe ich zusätzlich die Heilpraktiker-Prüfung gemacht und eine eigene Praxis eröffnet.

Wie finden Klienten zur Kinesiologie?

Im Normalfall schicken Ärzte ihre Patienten zu uns, weil sie bei ihnen nicht weiter wissen. Darüber hinaus kommen viele auf Empfehlung und mit der ganzen Bandbreite von Beschwerden: Menschen, die Unterstützung in einer Lebenskrise oder bei Lernproblemen suchen, bis hin zu chronisch kranken Menschen.

Mit welchen Erwartungen kommen sie?

Manche haben die Vorstellung, dass wir nur ein wenig austesten und schon sind alle Beschwerden weg. Wer allerdings über Empfehlung kommt, weiß, dass sowohl Krankheit als auch Gesundung oder Probleme Prozesse sind, an denen sie sich aktiv beteiligen müssen.

Von welchen Effekten berichten die Klienten?

Sehr viele sagen, sie seien nach einem Termin erleichtert, sie spürten eine Klarheit und wüssten nun, wie es in ihrem Leben weitergeht. Bewegungseinschränkungen sind verschwunden.

Welche gesundheitlichen Effekte hat Kinesiologie?

Kinesiologie ist gesundheits- und lernfördernd, lebensberatend. Sie lässt sich zur Verbesserung des körperlichen, seelischen und geistigen Wohlbefindens einsetzen, als Begleitung von Heilungsprozessen, zur Stressbewältigung und -vermeidung sowie im Sport- und Wellnessbereich.

Welche Rolle spielt der Indikator-Muskeltest?

Er ist ein wunderbares Instrument, um mit dem Körper in Kontakt zu treten und darüber hinaus mit dem ganzen Menschen. Allerdings ist die Anwendung nicht so einfach wie vielfach angenommen. Es liegt in der Kompetenz des Kinesiologen, die richtigen Fragen zu stellen, die entsprechenden Tests durchzuführen und Ergebnisse zu interpretieren. Letztendlich ist er ein Wegweiser für das jeweils geeignete Kinesiologiekonzept.

Wie finde ich einen guten Kinesiologen?

Kinesiologie ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Der Europäische Verband für Kinesiologie setzt sich deshalb für einheitliche Ausbildungsstandards ein. Die Ausbildung umfasst von min. 600 Stunden, eine Prüfung und eine schriftliche Abschlussarbeit.

Zur Person

Ingeborg L. Weber, MSc (Health Sciences), MSc (Child Development), Koordinatorin für den Forschungsschwerpunkt Kinesiologie am Interuniversitären Kolleg für Gesundheit und Entwicklung Graz/Schloss Seggau. Gründung und Leitung der IKA Internationalen Kinesiologie Akademie GmbH. Institut für komplementäre Methoden.

Abtauchen am Achensee

Abtauchen am Achensee

GM

Bitte nicht wörtlich nehmen, denn der größte See Tirols ist nicht nur sehr tief, sondern im Winter auch sehr kalt – schließlich ist er schon im Sommer eine eher frische Angelegenheit.

Aber Abtauchen kann man hier in der kalten Jahreszeit trotzdem, in steinölige Auszeiten beispielsweise.

Es riecht gewöhnungsbedürftig. Also flach atmen und rasch hinein ins wohlig warme Ölbad. Nach 20 entspannenden Minuten holt mich mein „Bademeister“ aus dem schwarz-braunen Nass. Denn das so wohltuende wie wirkstoffreiche Bad ist auch anstrengend – vor allem für den Kreislauf. Schön, so umsorgt und „bekurt“ zu werden. Was im weitläufigen, durch seine verschiedenen Ebenen und lauschigen Relax-Zonen sehr atmosphärischen Spa des Travel Charme Fürstenhaus Am Achensee auch sonst kein Problem ist.

Lang & laufen

Draußen geht ein aktiver, langer Wintertag zu Ende. Über den Bergen sind Wolken aufgezogen und das „Tiroler Meer“ ist deutlich aufgewühlter als noch am Mittag. Wie am Vorabend verwehen kräftige Windböen den Neuschnee. Die abendliche Fackelwanderung durchs Dorf samt vielen kenntnisreichen Erklärungen bekam da fast was Mystisches. Sieht das verschneite Pertisau bei Nacht doch noch mal unwirklich-verzauberter aus als schon in der glitzernden Wintersonne.

Von den Spuren, die wir heute beim Querfeldein-Langlaufen frisch gezogen haben, wird morgen kaum also mehr was zu sehen sein. Denn: Langlauf braucht nicht immer gespurte Loipen. Die es (bergrunter) ja auch ganz schön in sich haben (können). Diese verflixte Kurve, ein verkannteter Ski, schon lag ich der Länge im Schnee. Überhaupt: die Skier! Lang und schmal führen sie gerne ein Eigenleben. Und erst die Stöcke! Kann die mal einer kürzen? Ich weiß gar nicht wohin damit. Aber dem Privattrainer sei Dank werden die Momente, wo Skier, Stöcke und Beine zu entwirren sind, rasch seltener. Wie meine Anfänger-Angstschweißausbrüche.

Ob sich Kaiser Maximilian I. auch so „waghalsig“ in Tiefschnee und Loipen gewagt hätte? Seine Sommerresidenz legte (anno 1460) den Grundstein für die hiesige Sommerfrische. Dabei ist es nicht geblieben: Aus seinem Fürstenhaus wurde dank geschickter baulicher Erweiterung ein modernes Vier Sterne superior-Hotel mit einzigartiger direkter See-Lage sowie gelebtem Gastgeber-Herz und spürbarer Service-Seele. So ist heute jeder Gast… Fürst! Die adligen Sommerurlauber von einst allerdings wären wohl überrascht. Vom Wintertourismus am Alpenfjord wie auch vom damals noch unentdeckten „schwarzen Gold“.

Geruch & Genuss

Apropos: Obgleich das Steinöl an Tankstelle erinnert, habe ich den Geruch irgendwie (beim Wannenschlaf?) „neutralisiert“. Aber auftanken, das tue ich momentan in der Tat. Bei der folgenden Massage schein ich das Steinöl schon gar nicht mehr zu riechen (Gewöhnung?). Der Therapeut beruhigt mich, die ungewöhnliche Duftwolke verfliege schnell. Gut so. Nachher soll’s nämlich ein Menü im „fürstlichen“ Weinkeller geben. Wäre schade, wenn ich all die köstlichen Speisen (regionale Produkte) und guten Tropfen (fast nur österreichische) vor lauter Steinöl nicht riechen könnte. Das wäre nur der halbe Genuss.

Aber, keine Gefahr. Nur lässt leider auch die dem Steinöl eigene leichte Wärme bald nach. Aber da liege ich bereits samt Tee, Kuscheldecke und vorgewärmten Nackenhörnchen nachruhend am Kamin im Spa. Das habe ich mir redlich verdient, bei all dem lang(e)laufen. Immerhin: Ich habe es bis zur Falzturn Alm (und zurück) geschafft. Weswegen es oben zur Belohnung einen leckeren Germknödel mit puderzuckriger Mohnhaube gab und hier unten zwecks weiterem Energieschub die Steinölanwendungen. So kann es gerne weitergehen, mit der winterlichen Variante vom Abtauchen am Achensee.

Das „schwarze Gold“ des Achensees

Seit 1902 Martin Albrecht am Westufer des Achensees (heute im höher liegenden Bächental) den Ölschiefer entdeckte, wird hier daraus Tiroler Steinöl gewonnen und zu Pflegeprodukten verarbeitet. Sie zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an natürlich gebundenem Schwefel aus, hinzu kommen spezielle Wirkstoffe, die von vorzeitlichen Meerestieren und Pflanzen stammen. Diese Mischung hat es wirksam in sich: Ob als mildes Pflegemittel für Haut und Haar oder als traditionelles Hausmittel für schmerzende Glieder – die Einsatzbereiche sind vielfältig.

Tipp: Wer mehr wissen will, ist im Erlebniszentrum Tiroler Steinöl Vitalberg (www.vitalberg.at) in Pertisau richtig. Das markante Gebäude mit den gläsernen Bergrücken ist nicht zu verfehlen. Mit dem Audioguide geht‘s auf Zeitreise ins Karwendelgebirge und zu den Ursprüngen des „schwarzen Goldes“. Im kleinen Schaustollen geht‘s informativ zu, abschließend kann man einige Produkte testen. Wo Weiteres wie Arnika oder Ringelblume zugesetzt ist, kann getrost dran geschnuppert werden – ansonsten besser zurückhalten.

„Durch Meditation wird der Geist friedlich“

„Durch Meditation wird der Geist friedlich“

GM

Wir leben in stressigen Zeiten. Eine der besten Methoden, Inseln der Ruhe im Alltag zu schaffen, ist die Meditation. Gesunde Medizin sprach mit der Meditationslehrerin und Autorin Maren Schneider.

Wie sind Sie selbst zur Meditation gekommen und welchen Stellenwert hat sie für Sie persönlich?

Schon als Kind hatte ich das Bedürfnis zu meditieren. Nur hatte mir keiner gezeigt, wie es geht. So hab ich mich einfach nur still hingesetzt, meistens im Garten, und hab dann auf den See geschaut. Heute würde ich sagen, ich habe ganz natürlich im Moment verweilt, ohne Absicht – so wie es eigentlich sein sollte. Es hat dann einige Jahre gedauert bis ich jemanden traf, der mir die Meditation erklärte. Es geschah, indem ich jemanden kennen und lieben lernte, der selbst praktizierender Buddhist war. Unser erstes Treffen bestand darin, dass wir zusammen meditierten. Dies war meine erste ,,richtige” Meditation. Dann ging er in ein buddhistisches Kloster und wurde Mönch. Ich folgte ihm für ein paar Wochen ins Kloster und erhielt dort meine ersten konkreten Anweisungen zur Meditation von den dort lebenden Lehrern. Damit begann meine Meditations-Praxis. Das ist nun gut 16 Jahre her. Meditation ist seitdem aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken.

Unter Meditation gibt es ganz verschiedene Vorstellungen. Was ist für Sie der Kern der Meditation?

Ich persönlich praktiziere das so genannte stille Sitzen. Dabei geht es im ersten Schritt darum, den Geist zu sammeln, ganz da zu sein und sich weder in Gedanken oder Außenreizen zu verlieren noch sich in sich selbst zurückzuziehen und von allem abzuschotten. Der eigene Atemstrom bildet dabei den Anker für die Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt und hilft, sich nicht in Gedanken zu verlieren. Aber auch auftauchende Geräusche, Körperempfindungen, emotionale Regungen dienen als Übungsobjekte. Durch einen so gesammelten, präsenten Geist kommen die eigenen Dramen zur Ruhe, der Geist wird friedlich. Aus dieser Klarheit heraus entstehen innere Erkenntnisse, wie die Welt und der Geist funktionieren. Man nennt das ,,Intuitive Einsicht”. Dies ist der zweite Teil der Meditation und stellt sich meist nach einiger Zeit ganz von selbst ein. Es entsteht ein offenes Gewahrsein, eine offene Präsenz, in der alles sein darf, wie es ist und sich die Weite des Geistes zeigt. In dieser Offenheit und Weite des eigenen Geistes verweilt man. Sie sind dann so klar, präsent und frei, als würden Sie auf einem hohen Berggipfel stehen und alles überblicken können.

Viele Menschen verbinden Meditation mit asiatischer Spiritualität. Kann man Meditation auch ohne diesen Kontext erlernen und praktizieren?

Achtsamkeits-Meditation ist ein Training für den Geist, das jedem Menschen jenseits seiner religiösen oder kulturellen Ausrichtung zugänglich ist. Manche Programme, wie das MBSR (Achtsamkeits-basierte Stressreduktion) oder das MBCT (Achtsamkeits-basierte Kognitive Therapie) sind bereits bestens wissenschaftlich evaluiert und finden in Kliniken, Reha- und Gesundheitszentren sowie als Ergänzung zu medizinischen oder psychotherapeutischen Maßnahmen ihre Anwendung. Achtsamkeits-Meditation ist etwas sehr Natürliches, denn wir machen uns vertraut mit der Funktionsweise unseres eigenen Geistes. Dazu braucht man keinerlei spirituellen Hintergrund, sondern vielmehr die Bereitschaft sich auf diesen Selbsterfahrungsweg zu begeben, eine klare Anweisung eines praktisch erfahrenen Lehrers – und Übung, Übung, Übung. Meditation ist keine neue asiatische Entspannungstechnik, sondern harte Arbeit und erfordert Disziplin und Einsatz.

Welchen gesundheitlichen und psychischen Nutzen hat eigentlich die Meditation?

Die Übung der Meditation reduziert bei regelmäßigem Training mit der Zeit Stress. Der Organismus entspannt sich, indem die hausgemachten Dramen im Kopf, das Grübeln, unser Kopfkino sich legen. Es entsteht eine gelassenere Haltung dem Leben gegenüber. Dies hat konkrete Auswirkungen auf unseren Organismus. Übermäßige Stresshormonbelastung reduziert sich, das lässt unser Immunsystem besser arbeiten und damit bessern sich häufig auch stressbedingte sowie chronische Erkrankungen und Schmerzsyndrome. Der Blutdruck und die Blutfettwerte normalisieren sich, ebenso der Schlaf, der durch Stress häufig stark gestört ist. Wer weniger Stress empfindet, dessen Laune steigt meist auch wieder. Das ganze Leben erscheint wieder leichter und machbarer.

Wie lassen sich Meditationstechniken in den Alltag integrieren?

Erst einmal beginnt es damit, dass man das selbst wirklich möchte, darin einen Sinn sieht und sich selbst fest vornimmt zu üben, an leichten wie an schwierigen Tagen. Dann kann es helfen, mal den eigenen Tageszeitplan zu studieren und Zeitfenster zu finden, in denen es täglich realistisch gut in den eigenen Tag passt. Zu Beginn braucht es nicht mehr als 5-10 Minuten Übungszeit, das reicht. Ob man morgens, mittags oder abends übt, ist jedem selbst überlassen. Für die einen ist der frühe Morgen perfekt, die anderen üben lieber abends, wenn die Kinder im Bett sind. Sie setzen sich dann einfach in aufrechter, würdevoller Haltung auf einen Stuhl und fühlen Ihren Atem. Wenn Sie gedanklich abschweifen, bemerken Sie das und kommen Sie dann wieder zum Fühlen Ihres Atems zurück. Für die Zeit stellen Sie sich einen Wecker. Mit der Zeit können Sie dann Ihre Übungszeit immer um ein paar Minuten erweitern, wenn Sie merken, Sie können sich länger sammeln. Machen Sie es so, als würden Sie mit Joggen beginnen: immer ein bisschen länger, mit wachsender Kondition.

Wir danken Ihnen für das Gespräch!
Zur Person

Maren Schneider (www.achtsamkeit-duesseldorf.de) ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Psychologischer Coach und Meditationslehrerin (MBSR & MCTB). In ihrem Buch ,,Crashkurs Meditation” (GU Verlag, 14,90 Euro) beschreibt sie klar und ,,ohne Schnickschnack”, wie man verschiedene Achtsamkeitsübungen und Meditationsformen erlernen und in den Alltag integrieren kann.

Auswege bei Depression und Müdigkeit

Auswege bei Depression und Müdigkeit

GM

Exakte Zahlen gibt es nicht, aber man schätzt, dass in Deutschland 5 Prozent der Bevölkerung an einer Depression leiden.
Die Dunkelziffer ist deswegen hoch, weil die Depression entweder nicht erkannt wird oder weil Betroffene ihre Not niemandem offenbaren. Dabei ist Hilfe dringend notwendig: Immerhin sterben 10 bis 15 Prozent der an Depression Erkrankten durch Suizid.
Darüber reden: Psychotherapie
Wie jeder weiß, verschafft es Entlastung, über ein Problem zu reden und beim anderen Verständnis zu finden. Darauf fußen auch Psychotherapien, welche in der Behandlung der Depression mittlerweile große Fortschritte gemacht haben und auf Erfolgsquoten von bis zu 80 Prozent verweisen können. Vor allem die kognitive Verhaltenstherapie scheint sich Studien zufolge gut zur Behandlung zu eignen: Sie geht davon aus, dass die Depression stark mit selbstabwertenden Denkmustern gekoppelt ist, und versucht, in der Selbstwahrnehmung des Patienten alternative, positivere Muster zu verankern.
Ein Kräutlein hilft: Johanniskraut
Bei leichten und mittelschweren Depressionen kann auch ein pflanzlicher Wirkstoff Hilfe bringen. Die zur Mittsommerzeit blühende Pflanze enthält Wirkstoffe wie Hyperforin, Hypericin und verschiedene Flavonoide, welche die Botenstoffe im Gehirn wieder ins Gleichgewicht bringen. Johanniskraut-Extrakt ist allerdings nur hochdosiert wirksam. Die Wirkung setzt nach etwa zwei bis drei Wochen ein.
Richtig schlafen: Nicht zu wenig, nicht zu viel
Der Schlaf ist ein sensibles Thema bei Depressionen. Einerseits kann ein gesunder Schlaf die Symptome einer Depression lindern, andererseits leiden gerade Depressive häufig unter Schlafstörungen. Milde, pflanzliche Schlafmittel mit Baldrian, Hopfen, Melisse, Lavendel und Passionsblume können die Schlafbereitschaft fördern. Es kommt auch auf die Dauer des Schlafs an: Als besonders gesundheitsfördernd erweist sich eine Dauer von sieben bis acht Stunden. Sowohl weniger als auch mehr Schlaf sind der Erholung abträglich.
In schweren Fällen: Antidepressiva
Bei der Depression werden drei Schweregrade unterschieden: leicht, mittelschwer und schwer. Schwere Depressionen können den Einsatz chemischer Antidepressiva notwendig machen. Die Wirkung der Antidepressiva beruht darauf, dass sie den Stoffwechsel der körpereigenen Neurotransmitter wieder ausgleichen.
Es werde Licht: Tageslichtleuchten
Es gibt auch saisonal abhängige Depressionen, die nur bei Lichtmangel auftreten („Winterdepression“). Verantwortlich dafür ist eine vermehrte Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, wohingegen das aktiv machende „Glückshormon“ Serotonin gehemmt wird. Ein wirksames Gegenmittel ist eine im Handel erhältliche Tageslichtleuchte, die das Lichtspektrum des Sonnenlichts simuliert. Morgens beim Aufstehen angewandt, vertreibt die Lichttherapie wirksam die Müdigkeit.
Depression – Was ist das?
Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich in einer anhaltenden gedrückten Stimmung äußert. Weitere Symptome: eine Hemmung von Antrieb und Denken, Interessenverlust sowie körperliche Symptome, die von Schlaflosigkeit über Appetitstörungen bis hin zu Schmerzzuständen reichen. Weiterhin zeigt sich die Depression in einer schweren, lähmenden Müdigkeit. Auch Reizbarkeit und Jähzorn gehören zu den typischen Symptomen. Erbliche und umweltbedingte Faktoren wirken bei der Entstehung zusammen: So reagieren Betroffene offenbar besonders verletzlich auf psychische Belastungen, körperlich zeigt sich dies in Störungen des Neurotransmitter-Stoffwechsels im Gehirn. Neurotransmitter sind psychisch wirksame Botenstoffe.
Ins rechte Licht gesetzt: Beleuchtungstricks

Ins rechte Licht gesetzt: Beleuchtungstricks

GM

Stilvolle Möbel, die passende Wandfarbe, schöne Bilder an den Wänden – all das macht ein gemütliches Zuhause aus. Doch nichts davon kann wirken, wenn es nicht ins rechte Licht gesetzt wird.

Denn die richtige Beleuchtung macht die Einrichtung erst komplett. Nur eine Lampe an der Zimmerdecke aufhängen – das kann zwar genügend Helligkeit bringen, aber für ein angenehmes Ambiente sollte man sich über das Beleuchtungskonzept schon etwas mehr Gedanken machen. Gerade in größeren Räumen ist eine Kombination verschiedener Lichtquellen ideal.

Gut planen

Weil selbstverständlich jede Leuchte ihre Stromversorgung braucht, lohnt es sich, das Lichtkonzept bei Neubauten oder Renovierungen schon im Voraus sorgfältig zu planen. Dafür kann man sich in Einrichtungshäusern oder Leuchten-Fachgeschäften professionelle Beratung holen. So werden störende, freiliegende Kabel oder aufwändige Putzarbeiten von vornherein vermieden und man kann jeden Lichtstrahl uneingeschränkt genießen.

Mit verschiedenen Lichtarten spielen

Ohne zusätzliche elektrische Leuchten geht aber spätestens abends oder im Winter gar nichts mehr. Im Prinzip gibt es drei Arten von Licht, mit denen Sie dabei spielen können: Als erstes die Hintergrundbeleuchtung, mit der für ausreichende Helligkeit im ganzen Raum gesorgt wird. Zum Zweiten die punktuelle Beleuchtung von Arbeitsflächen, etwa in der Küche oder am Schreibtisch, und drittens, sozusagen als „Kür“, besondere Lichtakzente oder Deko-Leuchten, mit denen zusätzliche Highlights gesetzt werden.

Dimmbar ist besser

Die Hintergrundbeleuchtung kann dabei je nach Raum und Einrichtungsstil ganz verschieden ausfallen: Im Wohnzimmer vielleicht eine schöne Deckenlampe oder sogar ein verspielter Kronleuchter, im Flur praktische (Einbau-)Strahler und im Schlafraum sanftes, indirektes Licht durch einen Deckenfluter. Ideal ist es, wenn die Lampen dimmbar sind, so kann man es je nach Bedarf richtig hell haben oder schummrig-gemütlich.

Blickpunkte schaffen

Ob die schöne Vitrine oder ein besonderes Bild – mit gezielten Lichtakzenten kann man den Blick auf die Dinge lenken, die einem Raum seine besondere Note geben. Bilder-leuchten, Wandlampen und kleine Strahler, die auch im Inneren von Schränken angebracht werden können, setzen Möbel und Deko in vorteilhaftes Licht. Und auch die Lichtquelle selbst – von der stylischen Tischleuchte über die edle Stehlampe bis hin zur glitzernden LED-Kette – ist oft ein Hingucker. Dabei darf es eher eine Leuchte zu viel als eine zu wenig sein, denn so lässt sich der Gesamteindruck besser variieren. Stil und Größe müssen dabei natürlich dem Zimmer und der Einrichtung angepasst sein.

Natürliches Licht nutzen

Die erste Wahl ist dabei fast immer das natürliche Licht. Es sollte so gut wie möglich genutzt werden. So können Lesesessel oder Arbeitsplätze in der Nähe des Fensters platziert werden. Dieses sollte man außerdem nicht mit einem Übermaß an Deko, Vorhängen und Jalousien verdunkeln, sondern – zumindest tagsüber – dem Tageslicht freien Eintritt lassen. Wer sich vor neugierigen Blicken aus dem Haus gegenüber schützen muss, kann auf Plissees oder Stores aus zartem Voile oder Spitze zurückgreifen, die es heute in vielen modernen und gar nicht spießigen Varianten gibt.

Arbeitsplätze gut ausleuchten

Beim Schnippeln in der Küche oder beim Schreiben am Arbeitsplatz sorgt helles, direktes Licht für gutes Sehen und Konzentration. Hier sind Halogen- oder LED-Lampen gut geeignet, die die Arbeitsfläche optimal ausleuchten. In der Küche erfüllen Unterbaulampen diesen Zweck oft besonders gut, am Schreibtisch eine schwenkbare Steh- oder Tischleuchte. Über den Esstisch – ob in der Küche oder nicht – dagegen gehört eine ausreichend helle, aber warme und gemütliche Beleuchtung. Damit die Helligkeitskontraste im Zimmer nicht zu groß werden, sollte außerdem auch der restliche Raum beleuchtet sein. Punktbeleuchtung ist weiterhin für Lesesessel, am Bett und im Bad über dem Spiegel sinnvoll.

Kleine Leuchtmittelkunde

Die Tage der guten alten Glühbirne sind bald endgültig gezählt. Gut, weil sie einfach zu viel Energie gefressen hat, schlecht, weil ihr Licht besonders schön und gemütlich war. Doch die modernen, stromsparenden Alternativen werden immer besser. Hier ein Überblick:

Halogenlampen
Sie kommen der herkömmlichen Glühlampe in Aussehen und Lichtfarbe am nächsten, sparen aber recht wenig Energie ein – nur etwa 30 Prozent. Deshalb werden auch sie langfristig vom Markt verschwinden. Dafür sind sie recht günstig und weisen eine gute Haltbarkeit auf.

Energiesparlampen
Die fachlich korrekt als Kompaktleuchtstofflampen bezeichneten Lichtspender sind ausgesprochen effizient und verbrauchen etwa 80 Prozent weniger Strom als eine Glühlampe. Wegen ihres Quecksilbergehaltes sind sie aber ökologisch bewusst zu entsorgen, und ihr Licht wirkt nicht sehr gemütlich, wenn man den falschen Farbton wählt. Häufiges An- und Abschalten vertragen sie meist nicht so gut, und nicht zuletzt braucht es oft Minuten, bis sie ihre volle Leuchtkraft erreichen, was gerade in Fluren oder Durchgangsräumen sehr unpraktisch ist. Das Preis-Leistungsverhältnis ist aber angemessen. Beim Kauf sollte man unbedingt auf die Anlaufzeit achten, die angibt, wie schnell die Lampe 60 Prozent ihrer Helligkeit erreicht.

LED
LED oder Licht emittierende Dioden gelten als zukunftsträchtigstes Leuchtmittel: Sie sind bei ähnlicher Stromersparnis umweltfreundlicher als Energiesparlampen, und sie halten ca. 100-mal länger als eine Glühbirne. Ihre Hauptnachteile waren bisher der hohe Preis und das relativ kalte Licht. Doch ersterer sinkt mit zunehmendem Angebot immer weiter, und auch bei der Lichtfarbe hat sich einiges getan. Beim Kauf sollte man darauf besonders achten: Sie wird in Kelvin (K) angegeben und sollte für wärmeres Licht möglichst niedrig sein. 2700 Kelvin entsprechen in etwa der Lichtfarbe einer alten 60-Watt-Glühbirne. LED sind außerdem im Gegensatz zu Energiesparlampen häufig dimmbar und sie erlauben ein großes Spektrum an Kreativität bei der Beleuchtung, zum Beispiel mit flexiblen Lichtstreifen und Farbeffekten.