Multitalent Blut: Wissenswertes über den roten Kraftstoff

Multitalent Blut: Wissenswertes über den roten Kraftstoff

Multitalent Blut: Wissenswertes über den roten Kraftstoff

Sauerstofflieferant, Schutzpolizei, Müllabfuhr und Nachrichtennetz: Das menschliche Blut hat eine ganze Reihe lebenswichtiger Aufgaben.

Beim erwachsenen Menschen werden rund fünf bis sechs Liter Blut innerhalb von 20 bis 60 Sekunden über die insgesamt 1400 Kilometer lange Strecke der Blutgefäße im ganzen Körper verteilt, in Leber, Niere und Darm, in Muskeln und Lunge, von der Nagelhaut am kleinen Fußzehen bis zur Haarwurzel am Kopf.

Vom Lieferanten zur Müllabfuhr

Die Atmung ist wohl die wichtigste Funktion, die das Blut aufrecht erhält. So wie jedes Feuer Sauerstoff braucht, um zu brennen, benötigt der Körper ihn, um aus dem Nahrungszucker Energie zu gewinnen. Diese Versorgung übernehmen die roten Blutkörperchen, auch Erythrozyten genannt. Sie machen knapp die Hälfte der gesamten Blutmenge aus – rund 30 Billionen Zellen. Und sie sind so gebaut, dass sie den Sauerstoff nicht nur aufnehmen, sondern mit Hilfe von Enzymen auch rasch wieder dort abladen können, wo er gebraucht wird. Es ist ein Tauschgeschäft: Der Erythrozyt gibt Sauerstoff ab, erhält dafür das Abfallprodukt Kohlendioxid und verwandelt sich vom Lieferanten in die Müllabfuhr. Das Kohlendioxid wird zur Lunge gebracht und ausgeatmet.

Die roten Blutkörperchen sind beim gesunden Menschen wahre Akrobaten. Mit 7,5 Mikrometern Größe zwar winzig klein, aber immer noch eineinhalb Mal so groß wie die dünnsten Blutgefäße, die Kapillaren – sie sind nur vier bis fünf Mikrometer weit, also zehnmal dünner als ein Menschenhaar. Um diese Gefäße zu versorgen, rollen sich die Erythrozyten zu rohrpostartigen Zigarren zusammen, bringen Sauerstoff, entsorgen Kohlendioxid und regeln den Wärmeaustausch.

Bei Hitze, schwerer Arbeit oder beim Sport droht der Organismus zu überhitzen. Und schon wird die Klimaanlage Blut aktiv: Das Blut speichert Wärme und transportiert sie zu den Kapillaren in der Haut, um sie an die Umwelt abzugeben. Schweiß sorgt durch die Verdunstungskälte für zusätzliche Kühlung der Haut.

Die Blutgerinnung ist eine weitere wichtige Aufgabe für das Blut. Die kleinsten Blutzellen, die Blutplättchen oder Thrombozyten, sind dafür zuständig. Bei einer Verletzung reagieren die Blutplättchen im Zusammenwirken mit Eiweißstoffen und Enzymen wie Sekundenkleber: Ein Blutgerinnsel entsteht, das Verletzungen der Haut dicht abschließt. Allerdings kann dieses Reparatursystem auch lebensgefährlich werden: Wenn nämlich Ablagerungen in den Arterien aufreißen, über die Blutgerinnung geschlossen werden und dadurch die ganze Arterie blockiert wird, wie beispielsweise beim Herzinfarkt.

Die Schutzpolizei des Körpers

Eine Vielfalt von Abwehrzellen bildet das Immunsystem, dessen spezialisierte Zellen im Blut und in der Lymphe kursieren: Leukozyten nennt man die weißen Blutzellen, von denen es Spezialisten gibt wie die Eiweißmoleküle des Komplementsystems, die fremde Organismen vernichten. Oder Makrophagen (Fresszellen), die Erreger aufspüren und fressen. Oder die Lymphozyten, die ständig gleichsam mit dem Steckbrief bestimmter Erreger im Körper unterwegs sind und diesen bei erneutem Auftauchen sofort „verhaften“ und unschädlich machen.

Es gibt noch viele spezielle Stoffe, die das menschliche Blut durch den Körper trägt. Eiweißstoffe zum Transport von Nahrungsfetten zum Beispiel. Oder Antikörper, die dem Arzt sagen, ob eine Infektion mit Hepatitis oder Diphterie stattgefunden hat. Wie gesagt: Ein wahres Wunder.

Blut ist nicht gleich Blut

Insgesamt gibt es mehr als 200 verschiedene Blutgruppen, die in 16 Systeme unterteilt werden. Am wichtigsten sind die Blutgruppen des so genannten AB0-Systems: A, B, AB oder 0, damit werden die charakteristischen Moleküle bezeichnet, die auf den roten Blutkörperchen sitzen. Typ A ist hierzulande mit 42 Prozent am häufigsten, Typ 0 kommt bei 38 Prozent, Typ B bei 13 Prozent der Menschen vor, AB haben 7 Prozent. Wichtig ist die Blutgruppe etwa bei Blutübertragungen: Das Blut eines Menschen vom Typ A greift zum Beispiel Spenderblut vom Typ B an.

Künstliches Blut

Forscher arbeiten schon viele Jahre daran, eine Alternative zur Blutkonserve zu entwickeln. Bis jetzt konnte noch kein Produkt die Hürde der Zulassung überwinden.

Ayurveda – Interview mit Kerstin Rosenberg

Ayurveda – Interview mit Kerstin Rosenberg

Ayurveda – Interview mit Kerstin Rosenberg

“Ayurveda ist nicht kompliziert, aber komplex.” Gesunde Medizin im Gespräch mit Kerstin Rosenberg von der Europäischen Akademie für Ayurveda.
Wie sind Sie zum Ayurveda gekommen?

Ich begann mit 14 Yoga bei einem Yogalehrer aus einer alten ayurvedapraktizierenden Familie. Mit 18 besuchte ich das erste Mal Indien und hatte das Glück, dort den authentischen Ayurveda in den Familien kennenzulernen. Es war Liebe auf den ersten Blick und ich war fasziniert, wie sich mit Ayurveda der Alltag besser gestalten lässt. Zu Hause betrieb ich mit Studienfreunden ein Yogazentrum und gab ayurvedische Beratung. Und bin schließlich dabei geblieben.

Woran erkennt ein Klient das „echte“ Ayurveda?

Der wichtigste Indikator ist immer, dass der Mensch behandelt wird. Ayurveda ist nicht kompliziert, aber komplex. Am Anfang sollte immer eine Anamnese stehen. Das ist nicht nur der Konstitutionstest, sondern auch die Fragen nach dem Anliegen, den Problemen und Stärken des Klienten. Eine Massage sollte nicht immer nach dem gleichen Schema erfolgen, sondern auf die Bedürfnisse abgestimmt sein: Braucht die Person eher Entspannung und sanfte Berührungen, welches Öl ist passend? Das sind alles Kleinigkeiten. Ayurveda ist überall dort, wo die Prinzipien und das System verstanden wurden – auch wenn es an den westlichen Kulturkreis angepasst wurde.

Wie findet man einen guten Therapeuten?

Am besten sind Empfehlungen von Freunden oder von Ärzten. Auf der Internetseite des Berufsverbandes Europäischer Ayurveda-Mediziner und -Therapeuten e. V. (www.ayurveda-verband.eu) finden Interessierte eine Übersicht von Therapeuten, die die hohen Ausbildungsstandards des Verbandes erfüllen. Auch das eigene Bauchgefühl und die Zufriedenheit sind Anhaltspunkte. Ein guter Therapeut wird zum Beispiel nie Heilversprechen machen.

Welchen Tipp haben Sie für die Leser?

Für Einsteiger empfiehlt sich ein Kochkurs oder eine ayurvedische Beratung. Wer etwas mehr schnuppern möchte oder ein konkretes Anliegen hat, ist gut bei einer drei-bis fünftätigen Kur aufgehoben.

Wir danken Ihnen für das Gespräch!
Kerstin Rosenberg

.verfügt über langjährige Praxis- und Unterrichtserfahrung in ayurvedischer Ernährung und Psychologie. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie die Europäische Akademie für Ayurveda mit angeschlossenem Kurzentrum (www.ayurveda-akademie.org) in Birstein. Sie ist Autorin vieler Ayurveda-Bücher und bloggt zu aktuellen Ayurveda-Themen auf www.rosenberg-ayurmed.com.

Kinesiologie – Fragende Berührung

Kinesiologie – Fragende Berührung

Kinesiologie – Fragende Berührung

Das bekannteste Element der Kinesiologie ist wohl der Indikator-Muskeltest, der anzeigt, was dem Körper gut tut und was nicht. Doch ist die ,,Lehre von der Bewegung” weitaus komplexer.

Sie lässt sich nicht nur einsetzen, um Ursachen von Beschwerden aufzuspüren, sondern auch als Weg zur Selbstfindung und zur Steigerung persönlicher Fähigkeiten.

Der Begriff Kinesiologie kombiniert die altgriechischen Wörter kinesis (Bewegung) und logos (Studium, Lehre) und bedeutet Lehre von der Bewegung. Zu unterscheiden sind das wissenschaftliche Studium der menschlichen Bewegung (englisch: kinesiology) und die angewandte Kinesiologie (applied kinesiology), einer Methode, die vom Chiropraktiker George J. Goodheart entwickelt wurde. Bekannt und dem Laien zugänglich wurde die Methode als Hilfe zur Selbsthilfe durch den Goodheart-Schüler John F. Thie, der 1973 in seinem Buch ,,Gesund durch Berühren” sein Konzept ,,Touch for Health” vorstellte. Es verbindet Teile der medizinisch-psychologischen Stress-Theorie und Erkenntnisse aus der Chiropraxis mit Elementen der Traditionellen Chinesischen Medizin. So gibt es in der Kinesiologie ebenfalls die Vorstellung einer Energie, die den Körper durchfließt. Krankheit entsteht oder wird gefördert, wenn dieser Energiefluss gestört und dadurch im Ungleichgewicht ist. Dieser Stress kann körperlicher Art (Verspannungen, Allergien) oder umweltbedingt (Lärm, Elektrosmog) sein oder emotionale Ursachen (Ärger im Job) haben. Grundgedanke ist, dass sich den Meridianen nicht nur Organe, sondern auch 42 Muskeln zuordnen lassen und sich somit Störungen über einen Muskeltest finden lassen. ,,Das vegetative Nervensystem ist der Autopilot, der Körper mit den Organen ist das Auto. Steuert der Pilot falsch – bedingt durch Stress -, dann tauchen Beschwerden auf, auch wenn der Körper und die Organe eigentlich gesund sind. Ziel der Kinesiologen ist es, herauszufinden, wo die Defizite sind, um den Autopiloten wieder richtig einzustellen”, erklärt Ingeborg L. Weber, erste Vorsitzende des Europäischen Verbandes für Kinesiologie.

Ansprechen von Körper und Geist

Zu Beginn einer Sitzung verschaffen sich Kinesiologen im Gespräch ein Gesamtbild vom Klienten oder von dem Problem. Sie fragen nach der Biografie, besonderen Ereignissen wie Arbeitslosigkeit, Unfälle, nach körperlichen Beschwerden und emotionalen Konflikten. Praktizierende wie Ingeborg L. Weber, die über medizinische Kenntnisse verfügen, lassen sich auch ärztliche Befunde mitbringen. ,,Gute Kinesiologen besitzen die Fähigkeit, genau hinzuhören und entwickeln bereits im Gespräch ein Gespür für psychosomatische Beschwerden, die ihre Ursache in der Biografie der Klienten haben. Oftmals ist den Patienten der Zusammenhang nicht einmal bewusst”, erklärt Ingeborg L. Weber. ,,Ich gehe dann zu diesen Lebensabschnitten zurück und schaue, ob da noch unverarbeitete Belastungen sind. Erst dann weiß ich, ob und, wenn ja, wie ihnen die Kinesiologie helfen kann.” Ingeborg L. Weber nennt ein Beispiel. ,,Eine Zahnärztin schickte einen Patienten zu mir, der seit drei Jahren zum wiederholten Male ein Gebiss angepasst haben wollte. Im Gespräch stellte sich heraus, dass seine Beschwerden begannen, als er während einer schweren Krankheit feststellte, dass sein Sohn sein Geschäft nicht weiterführen wollte. ,Ich habe mir an dem Problem die Zähne ausgebissen.’ Es war klar: Solange das Problem der Nachfolge ungeklärt ist, werden auch seine Beschwerden bestehen bleiben.”

Anschließend wird der Dialog mit dem Körper fortgesetzt. Dazu liegt der Klient in bequemer Kleidung auf der Behandlungsliege. Nach einigen Vorbereitungen und Vortests wird geklärt, wie der Indikator-Muskel auf äußere Reize reagiert. Der Indikator-Muskeltest ist das Herzstück der Kinesiologie. Mit dessen Hilfe sucht der Kinesiologe nach energieraubendem Stress, der beispielsweise durch unverträgliche Nahrungsmittel, allergieauslösende Substanzen oder auch belastende Gefühle und Vorstellungen sowie körperliche Fehlhaltungen und eingeschränkte Funktionsfähigkeit der Sinnesorgane verursacht wird. Im Anschluss entscheidet er, welches der vielfältigen Konzepte bzw. welche Kombination am besten zum Klienten passt.

Der Indikator-Muskeltest – Sprachrohr des Körpers

Für die Ausgangsstellung streckt der Klient den dominanten Arm auf Schulterhöhe rechtwinklig zum Körper nach vorn und senkt ihn ein wenig nach unten. Der Kinesiologe drückt oberhalb des Handgelenks mit langsam zunehmender Kraft nach unten. Nun wird der Klient aufgefordert, locker dem Druck zu widerstehen. Gleichzeitig wird er mit der zu testenden Substanz (Nahrungsmittel, Organpräparate, Medikamente etc.), die auf einen bestimmten Punkt des Hauptmeridians gelegt wird, konfrontiert. Wenn der Muskel ohne besondere Anstrengung genügend Gegendruck erzeugt, befindet sich der Meridian in einem energetischen Gleichgewicht. Bewertet das energetische System den Reiz etwa durch die Substanz als negativ, so erzeugt das eine Stressreaktion, die sich unbewusst auf den Tonus (Spannung) des Muskels überträgt. Dann gibt der Muskel nach. In keinem Fall ersetzt dies eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. ,,Wichtig ist, immer die Anbindung an den Arzt zu haben. Patienten sollen grundsätzlich in Behandlung bleiben, zur Kontrolle gehen und nicht eigenwillig verschriebene Medikamente absetzen”, betont Ingeborg L. Weber. ,,Wenn ich zum Beispiel aufgrund der Symptome und Reaktionen mit der Testampulle Borreliose beim Indikator-Muskeltest den Verdacht auf Borreliose habe, dann schicke ich den Klienten zur Abklärung zum Arzt und arbeite parallel mit Kinesiologie.”

Berührungen von Körper und Geist

Oftmals wirkt sich schon allein die Zuwendung des Praktizierenden, seine Berührungen im eigentlichen und übertragenen Sinne, positiv auf das Wohlbefinden aus. ,,Wenn das schon hilft, warum denn nicht? Das Persönliche, die vertrauensvolle Beziehung zwischen Anwender und Klient, wollen wir nicht ausblenden”, meint Ingeborg L. Weber. Allerdings ist der Erfolg einer Methode stark abhängig von der Persönlichkeit der Person selbst. So zeigte eine Studie der Universität Heidelberg (Institut für Gerontologie), bei der erfolgreich Kinesiologie eingesetzt wurde, dass offene, neugierige Menschen einen größeren Erfolg haben als zurückgezogene, introvertierte Menschen. Dazu bedarf es viel Erfahrung und Intuition. ,,Von außerordentlicher Wichtigkeit ist es, eine umfassende Ausbildung theoretisch wie praktisch zu durchlaufen. Dazu gehört auch, die persönliche Kompetenz zu entwickeln”, hebt Ingeborg L. Weber hervor. Deshalb setzt sich der Europäische Verband für Kinesiologie für eine umfassende Aus- und Weiterbildung und einheitliche Standards ein. Neu ist das Studium Bachelor of Science (B.Sc.) Komplementäre Methoden mit der Vertiefungsrichtung Kinesiologie. Beteiligt sind auch die Methoden Atemtherapie, Klang-Resonanz-Methode und Shiatsu/Shiatsu-Pädiatrie.

Impulse für mehr Achtsamkeit und Eigenverantwortung

Kinesiologie kann für Menschen jeden Alters ein Weg sein, die Selbstheilungskräfte aufzuspüren und zu stärken – wenn sie bereit sind, sich darauf einzulassen und aktiv mitzuarbeiten. ,,Niemand kann gegen seinen Willen behandelt werden”, weiß Ingeborg L. Weber aus Erfahrung. Der Indikator-Muskeltest als Bio-Feedback kann zwar Antworten geben und Hinweise liefern, ersetzt aber nicht das Denken und nimmt den Klienten keine Entscheidungen ab. Kinesiologie kann vielmehr einen Impuls geben, das ,,innere Fenster der Bereitschaft” zu öffnen, mehr Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.

Kinesiologie-Konzepte

Körperintegrierte Kinesiologie: Touch für Health – Gesund durch Berühren
Der Klient liegt bekleidet auf einer Behandlungsliege. Es werden 42 Muskeln berührt und auf funktionelle Schwächen hin getestet. Durch leichtes Berühren und Massieren von Reflexpunkten sowie Streichen der Meridiane werden Blockaden gelöst, um den Energiefluss wieder in Gang zu bringen. In dieser Balance kann der Körper seine Selbstheilungskräfte wieder aktivieren und Stress reduzieren.

Pädagogische Kinesiologie – Brain Gym
Nach dem Leitsatz ,,Bewegung ist das Tor zum Lernen” unterstützen spezielle Gymnastikübungen das Lernen und Denken. Stressbedingte Blockaden im Gehirn werden abgebaut, um den Kopf wieder freizubekommen. Brain Gym-Übungen lassen sich von Kindern und Erwachsenen zu Hause, in der Schule oder im Job einfach anwenden.

Emotionale Kinesiologie – 3D Integration
Ziel ist es, emotionale Blockaden und eingefahrene Verhaltensmuster aufzulösen, die zum Beispiel durch unverarbeitete Ereignisse und Gefühle in der Vergangenheit liegen und neue Wege und Perspektiven aufzuzeigen. Dabei werden Finger-Modi zum Sondieren eingesetzt.

Muskelkommunikation Hyperton-X
Bei diesem Konzept wird mit Menschen gearbeitet, die körperlich und emotional ,,auf Hochtouren laufen”, z. B. Sportler, Stresspatienten und hyperaktive Kinder. Es beinhaltet Atemübungen in Verbindung mit körperlichen Übungen sowie direkte Arbeit am Muskel, um die Spannung der Muskeln auszugleichen. Auch Lernschwierigkeiten und psychosomatische Beschwerden werden einbezogen.

Sport-Kinesiologie
Sie verbindet Kinesiologie mit dem Einsatz von Bällen und Therabändern und wird bei Sportlern eingesetzt, um Muskeln und die Wahrnehmung zu schulen, wie sie etwa bei Mannschaftssportarten, aber auch in der Einzelarbeit nötig ist.

Kinesiologie in Kürze

“Kinesiologie als Lehre der Bewegung beschäftigt sich im engeren Sinne mit dem Zusammenspiel der Nerven, Muskeln und Knochen, ihrem Einfluss auf die Körperhaltung und Bewegungsabläufe. Darüber hinaus arbeitet die Kinesiologie mit der seelischen, geistigen und übergeordneten spirituellen Ebene. Ihr Ziel ist es, Bewegung in festgefahrene Emotionen, Denkweisen, Glaubenssystem und Verhaltensmuster zu bringen, um den Menschen seine Balance, seine Mitte und seinen Platz im Kosmos finden zu lassen.”

Kosten: Abhängig vom Praktizierenden, seiner Ausbildung und Erfahrung. Der Stundensatz liegt zwischen 30 Euro und 150 Euro.

Kostenträger: Selbstzahler. Einige private Krankenkassen beteiligen sich unter bestimmten Voraussetzungen.

Dauer: Ca. 60 Minuten. Die Anzahl der Sitzungen ist abhängig vom Anliegen und der Regenerationsfähigkeit des Körpers. Es kann bereits eine Sitzung genügen, bei chronisch Kranken sind mehrere Termine sinnvoll.

Betreuung: Einzelsitzung und Gruppen

Therapeutensuche: über den Kinesiologie-Verband

Ayurveda: Die Lehre vom ausgeglichenem Leben

Ayurveda: Die Lehre vom ausgeglichenem Leben

Ayurveda: Die Lehre vom ausgeglichenem Leben

Stirnölguss, Massagen und ein wenig Entspannung – wohl jeder kennt Ayurveda als Wellnessangebot.

Doch eigentlich liefert er eine Anleitung für ein gesundes alltägliches Leben. Allem voran steht eine typgerechte Ernährung.

Ayurveda (Sanskrit = „Das Wissen vom Leben“) ist ein rund 2.000 Jahre altes traditionelles altindisches Medizinsystem zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten. Wie der Name nahelegt, beschäftigt es sich mit allen Bereichen des Lebens. Als gesund gilt ein Mensch, wenn er sich in einem harmonischen Gleichgewicht befindet. Doch wie das erreicht wird, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Denn jeder Mensch verfügt über eine andere Grundkonstitution. Diese wird bestimmt von drei Kräften, die im Körper wirken: den Doshas. Diese werden aus den fünf Elementen Luft, Feuer, Erde, Wasser und Äther gebildet, aus denen sich das Universum und der menschliche Körper zusammensetzen.

Vata steht für das Bewegungsprinzip (Beweglichkeit von Körper und Geist), Pitta für Feuer und Umsetzungskraft (Verdauung, Enzyme), Kapha für Stabilität und Festigkeit (Knochen und Lymphe). In jedem Menschen dominieren ein oder zwei dieser Kräfte und bestimmen seine körperliche Erscheinung und die Persönlichkeit: Welche Statur er hat, ob er schnell friert oder Kälte mag, warme Speisen bevorzugt, wie er auf Stress reagiert und wo seine gesundheitlichen Problemzonen liegen. Es ist wie beim Sport: Für den einen ist Auspowern genau das richtige, während es anderen nicht bekommt. Alles, was der Mensch nun aufnimmt – Nahrung, schlechte Gewohnheiten, Stress – beeinflusst dieses Gefüge. Gerät es aus dem Gleichgewicht, liegt eine Störung vor, die sich irgendwann zu einer Krankheit entwickeln kann. Dies zu verhindern, ist eine der Hauptaufgaben des Ayurveda. „80 Prozent der Lehre richtet sich auf die Gesundheitsfürsorge, nur 20 Prozent beschäftigt sich mit Heilung“, sagt Kerstin Rosenberg, Leiterin der Europäischen Akademie für Ayurveda.

Gesundheit geht durch den Bauch

Eine Schlüsselposition nimmt die Ernährung ein. Immerhin gelten 40 Prozent aller Erkrankungen als ernährungsbedingt und könnten dem Ayurveda zufolge allein durch eine bessere Ernährung und Lebensweise behandelt werden. Weitere 40 Prozent benötigen zusätzlich Kräuter und spezielle ayurvedische Verfahren, 20 Prozent sind schwer beziehungsweise bestenfalls komplementärmedizinisch behandelbar. Dazu zählen z. B. Krebserkrankungen, bei denen Ayurveda helfen kann, die Nebenwirkungen der Therapie zu reduzieren.

Kern einer ayurvedischen Gesundheits- und Ernährungsberatung ist deshalb die Abstimmung der Ernährung auf den jeweiligen Konstitutionstypen. Denn diese unterscheiden sich in Stoffwechsel, Lebensgewohnheiten und ihrem Hang zu Beschwerden. Kerstin Rosenberg erklärt, warum pauschale Tipps nicht zum gewünschten Ziel führen. „Nehmen wir zwei Klienten mit dem gleichen Problem. Beide haben Übergewicht, was aus ayurvedischer Sicht eine Kapha-Störung ist, und möchten gern abnehmen. Der eine ist ein Vata-Mensch, der durch einen sprunghaften Stoffwechsel zu einer unregelmäßigen Verdauung, Blähungen und der Ansammlung von Bauchfett neigt, allerdings auch leicht abnimmt und sein Gewicht halten kann. Bei ihm gilt es, eine Unausgeglichenheit von Vata und Kapha zu behandeln. Der andere hat eine Kapha-Konstitution. Diese Menschen kämpfen häufig mit ihrem Gewicht, sie sind eben von Natur aus kräftiger, ein dauerhafter und radikaler Gewichtsverlust ist kaum möglich. Also steht bei ihm im Vordergrund, welches Abnehmziel überhaupt realistisch ist und mit welchen dauerhaften Lebens- und Ernährungsumstellungen sich das erreichen lässt. Denn aus einem Bernhardiner wird eben kein Windhund.“

Eine ayurvedische Ernährungs- und Gesundheitsberatung beginnt deshalb stets mit der Bestimmung der Konstitution und deren Störungen beim Klienten. Dafür braucht es viel Erfahrung. Ein Selbsttest kann lediglich eine Tendenz liefern. Denn neben unveränderlichen Merkmalen gibt es viele Aspekte, die sich erst im Gespräch ergeben. Nicht immer stimmt das Selbstbild mit der Realität überein. „Kapha ist beispielsweise eine Eigenschaft, die nicht sonderlich beliebt ist. Würde sich der Klient selbst einschätzen, käme er oft zu anderen Ergebnissen“, erläutert die Expertin. Am Ende erhält der Klient zu ihm passende Verhaltens- und Ernährungstipps und einen Speiseplan. Wichtig ist hierbei, dass er versteht, warum er zum Beispiel warme Speisen bevorzugen sollte oder ihm bei Stress ein Ingwertee mit Zitrone gut tut. „Gut ist eine Beratung, wenn der Klient eine Idee und Motivation dafür entwickelt, etwas zu verändern. Er soll sich verstanden fühlen“, sagt die Autorin zahlreicher Ayurveda-Ratgeber.

Weitaus umfassender ist eine ayurvedische Panchakarma-Kur. Sie widmet sich der Behandlung von Erkrankungen. Das Spektrum reicht von stressbedingten Beschwerden bis hin zu chronischen Erkrankungen wie Arthrose oder Hautproblemen sowie der Rehabilitation und Therapiebegleitung bei schweren Krankheiten. Ein Wellness-Aufenthalt nur mit Stirnölguss, entspannenden Ölmassagen und Entspannungsübungen ist das nicht. So kommen neben ayurvedischen Kräutern, psychologischer Begleitung oder einem Kochkurs verschiedene Reinigungsverfahren zum Einsatz. „Ausleitende Verfahren wie das Trinken von geklärter Butter, dem Ghee, Schwitzkuren, Einläufe, Aderlass oder Schröpfen sind gewöhnungsbedürftig. Ihr Ziel ist es, die Krankheitsfaktoren zu lösen, damit die Doshas anschließend wieder ins Gleichgewicht gebracht werden können“, erläutert Kerstin Rosenberg.

Den Körper bewusst erleben

Ayurveda kann Wellness, medizinisches Angebot und für Menschen jeden Alters ein Weg zur Gesunderhaltung sein. Wichtig ist in jedem Fall ein erfahrener Therapeut oder Behandler. Immerhin sind Tipps wie abwechslungsreich essen, genügend schlafen, ausreichend bewegen und Stress reduzieren allgemeingültig – doch der Ayurveda-Therapeut beziehungswese -Mediziner liefert den Klienten Erklärungen, warum diese Regeln so wichtig sind. Nicht immer ist die Lehre des Ayurveda alltagsbezogen. Wer in Schichten arbeitet und keine Kantine hat, kann eben nicht mittags warm essen oder zur gleichen Zeit aufstehen und schlafen. „Doch am wichtigsten ist es, die Prinzipien zu verstehen und auf das eigene Leben und die vorherrschenden Bedingungen anzupassen. Immerhin sagt das Ayurveda auch, dass 75 Prozent ayurvedische Lebensweise für ein gesundes Leben ausreichend sind“, sagt die Expertin. Ayurveda ist immer eine Mischung aus individuellen Empfehlungen und einem wohlwollenden Coaching, das die Ressourcen jedes Menschen einbezieht. Kerstin Rosenberg gibt den Klienten gern einen Rat auf den Weg: „Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Ihr Körper weiß, was ihm gut tut.“

Tipps für Ayurveda im Alltag
  1. Nehmen Sie täglich Zeit für sich selbst.
  2. Trinken Sie nach dem Aufstehen eine Tasse heißes Wasser – das reinigt von innen.
  3. Machen Sie das Mittagessen zu Ihrer Hauptmahlzeit. Dann ist Agni, das Verdauungsfeuer, am stärksten.
  4. Essen Sie nicht zu viel auf einmal. Der Magen sollte maximal zu zwei Dritteln gefüllt sein – das entspricht der Menge von zwei Händen.
  5. Trinken Sie am Nachmittag lieber salzige Brühe oder gesüßten Gewürztee (Chai) statt Kaffee. Wenn sich Müdigkeit breit macht, braucht der Körper kein Koffein, sondern Salz und Gewürze zum Fitwerden.
  6. Verwöhnen Sie sich täglich mit einem selbstgekochten Essen und nehmen Sie dies in Ruhe und entspannter Atmosphäre ein. Damit laden Sie die Batterien von Körper und Geist wieder neu auf.
  7. Schlafmangel stört Vata. Die beste Zeit für die Regeration des Körpers liegt zwischen 22 Uhr und 2 Uhr. Schichtarbeiter kämpfen häufig mit einer Vata-Störung, unabhängig von ihrer Konstitution. Warme Speisen und Ruhepausen nach dem Essen helfen, das Dosha auszubalancieren.
Welcher Typ bin ich?

Jedes Dosha ist für bestimmte physische und psychische Eigenschaften verantwortlich. Diese Übersicht zeigt eine Tendenz, welches Dosha vorherrscht. Eine genaue Analyse kann nur ein Ayurveda-Therapeut erstellen.

Vata (Wind)
Vata-Menschen sind bewegungsfreudig, haben viele Gedanken im Kopf, sind wechselhaft, kreativ, haben eine schlanke, drahtige Figur und frieren leicht.
Zu viel Vata führt zu Schlaflosigkeit, Nervosität, Beschwerden des Bewegungsapparats, Konzentrationsproblemen und Ängsten.
Vata-Menschen brauchen einen festen Lebensrhythmus mit regelmäßigen Schlaf- und Essenszeiten. Warme, nährende Speisen sind ideal.

Pitta (Feuer)
Pitta-Menschen sind energiegeladen, zielstrebig, scharfsinnig und arbeiten sehr konzentriert. Sie bevorzugen Sportarten, bei denen sie sich richtig auspowern können.
Zu viel Pitta äußert sich in Magen-Darm-Problemen wie Sodbrennen und Durchfall, Hauterkrankungen, Entzündlichkeiten sowie Gereiztheit.
Für die „feurigen“ Pitta-Menschen sind kühle, rohe Speisen wohltuend. Säuernde Lebensmittel wie rotes Fleisch, Zitrusfrüchte, Essig und Scharfes sollten reduziert werden. Gegen die innere Anspannung hilft körperliche Betätigung bei Sport, Haus- und Gartenarbeit.

Kapha (Erde)
Kapha-Menschen sind beständig, gutmütig und ausdauernd, ein Fels in der Brandung. Sie sind eher kräftig, neigen zu Übergewicht und Schwere.
Zu viel Kapha macht träge, müde, lustlos und führt zu Depressionen, Übergewicht und dem Hang zu Atemwegs- und Erkältungskrankheiten.
Kapha-Menschen sollten bewusst essen und nicht zu viel naschen. Eine Mahlzeit sollte viel Gemüse und Hülsenfrüchte sowie wenig Getreide und Fett enthalten. Empfehlenswert sind bittere und leichte Speisen wie z. B. Chicorée sowie scharfe Gewürze. Tägliche Bewegung bei Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Walken tut ihnen gut.

Ayurveda in Kürze

Nutzen: Eine aktuelle Studie an der Charité legt beispielsweise einen Nutzen bei einer Kniegelenkarthrose nahe.
Kosten: Erstkonsultation ca. 80 bis 120 Euro. Stationäre Behandlung in Deutschland um 250 Euro pro Tag. Günstiger in Indien und Sri Lanka. Abhyanga-Massage ca. 100 Euro, Öl-Stirnguss ca. 80 Euro.
Kostenträger: Selbstzahler. Einige private Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten.
Dauer: Medizinische Kur ca. zwei bis drei Wochen, Prävention-/Wellnesskur: eine Woche
Betreuung: Einzelberatungen. Gemeinsame Kurse.

Das traditionelle Ayurveda selbst ist nicht an eine bestimmte Religion oder spirituelle Methode gebunden. Heute gibt es jedoch Schulen, welche spirituelle Themen in den Mittelpunkt stellen. Am weitesten verbreitet ist das Maharishi-Ayurveda des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi, welcher in den 1960er Jahren ayurvedische Inhalte mit der so genannten Transzendentalen Meditation verband.

Neue Ideen für das Leben: Joachim Foss über Feldenkrais

Neue Ideen für das Leben: Joachim Foss über Feldenkrais

Neue Ideen für das Leben: Joachim Foss über Feldenkrais

gesunde medizin im Interview mit Joachim Foss, Feldenkrais-Practitioner und Vorstandsmitglied im FVD Feldenkrais-Verband Deutschland e.V.
Was ist das Wesen von Feldenkrais?

Als somatische Lernmethode ist Feldenkrais verwandt mit der Alexander-Methode, mit Eutonie oder Rolfing. Es geht es um lebenslanges Lernen und das Wissen, dass der größte Teil, der eine Persönlichkeit ausmacht, gelernt, also erworben ist. Feldenkrais verbindet das Lernen mit dem Spüren. Daraus entsteht ein Handeln, dessen Wirkungen wiederum spürbar sind. Es entsteht also eine positive Rückmeldung. So können neue und angemessene Verhaltensweisen entstehen, die sich nicht auf Bewegungen beschränken, sondern auch das Denken und Fühlen verändern. Es ist also eine Methode, die über den Körper auch den Geist erreicht.

Wie sind Sie zu Feldenkrais gekommen?

Ich hatte vor über 25 Jahren einen Bandscheibenvorfall und schon in meiner Jugend immer wieder Rückenbeschwerden, teilweise so heftig, dass ich mich nicht mehr bewegen konnte. Sie wurden immer schlimmer, bis ich auf Empfehlung zu einer Feldenkrais-Lehrerin gekommen bin. Sie ließ mir die Zeit, meinem Körper als Freund und nicht mehr als Feind zu begegnen. Schon nach wenigen Stunden merkte ich, dass auf der körperlichen Ebene etwas passierte und mir gleichzeitig neue Ideen für mein Leben kamen. Eine Physiotherapie hätte mich wahrscheinlich nie dazu inspiriert, meine innere Haltung auf meine persönlichen Stärken zu richten.

Wie finden die Klienten zu Feldenkrais?

Meist kommen sie auf Empfehlung. Das sind Menschen, die z. B. körperlich merken, dass irgendetwas nicht mehr so ,funktioniert’, wie es sollte und die wieder beweglicher sein möchten. Oder es sind Künstler, Tänzer oder Sportler, die merken, dass sie an ihre Grenzen geraten und einen Weg suchen, ihre Kreativität und Leistungsfähigkeit verbessern wollen.

Von welchen Effekten berichten die Klienten?

Sie kommen mit einem Symptom und merken schnell, dass ihr Problem nur ein Aspekt ist, der ihr Leben gerade stark bestimmt. Sie erleben mit Feldenkrais eine Form der Selbststeuerung und der Autonomie. Ich hatte eine Klientin, die nach einem schweren Autounfall vor zehn Jahren ihr Selbstvertrauen und das Malen für sich entdeckt hatte. Sie sagt, Feldenkrais habe Farbe in ihr Leben gebracht.

Welchen Tipp haben Sie für die Leser?

Selbst mit dem Experimentieren zu beginnen. Ich kann Ihnen lange vorschwärmen, wie lecker der Apfel Feldenkrais ist. Doch um wirklich zu erfahren, wie er schmeckt, sollten Sie ,,hineinbeißen” und die Arbeit selber ausprobieren. Ich wünsche Ihnen dabei interessante Erfahrungen!

Wir danken Ihnen für das Gespräch!

“Mich interessieren nicht bewegliche Körper, sondern bewegliche Gehirne.”
Moshé Feldenkrais (1904 – 1984), Physiker und Judolehrer

Joachim Foss

… ist seit vielen Jahren in der Arbeit mit Menschen in unterschiedlichen Bereichen tätig und seit Ende der 90er Jahre in Lüneburg als Feldenkrais- Practitioner aktiv, selbstständig und in Kooperation mit unterschiedlichen Einrichtungen. Seit 2010 ist er Vorstandsmitglied im FVD Feldenkrais- Verband Deutschland e.V.

Interview mit der Biathletin Magdalena Neuner: “Mit Sonne im Herzen”

Interview mit der Biathletin Magdalena Neuner: “Mit Sonne im Herzen”

Interview mit der Biathletin Magdalena Neuner: “Mit Sonne im Herzen”

„Wenn ich mal keine richtige Lust habe, dann stelle ich mir vor, wie gut ich mich nach dem Training fühle, und gönne mir danach auch eine kleine Belohnung.“

Noch vor einigen Jahren waren Sie zu dieser Jahreszeit mitten im Training. Wie sieht ihr Tagesablauf heute aus?

Als ich noch Sportlerin war, habe ich viel Routine gehabt und jeder Tag war durchgetaktet: Morgens Training, nachmittags Training, essen, schlafen und ein bisschen Freizeit. Jetzt ist es so, dass jeder Tag komplett anders ist. Entweder ich habe Termine und bin unterwegs oder ich bin zu Hause. Da gibt es auch genug zu tun: Haushalt, Fanpost, Bürokram. Irgendwie ist es ganz anders. Aber ich genieße es auch sehr, dass ich die Freiheiten habe, wenn z. B. das Wetter schön ist, einfach an den See zu fahren. Das ist sehr schön.

Das permanente Training fällt jetzt weg. Wie halten Sie sich heute fit?

Ich mache immer noch viel Sport, weil das für mich nach wie vor ein ganz wichtiger Lebensinhalt ist. Mein Haupttraining ist Joggen, weil man dabei relativ flexibel ist und der Zeitaufwand überschaubar ist. Wenn ich etwas mehr Zeit habe, gehe ich Mountainbike fahren oder wandern – im Winter natürlich auch gerne Langlauf.

Wenn es draußen kalt und ungemütlich ist, haben viele Menschen Schwierigkeiten, sportlich aktiv zu bleiben. Haben Sie einen Ratschlag, wie man den inneren Schweinehund besiegen kann?

Wenn ich mal keine richtige Lust habe, dann stelle ich mir vor, wie gut ich mich nach dem Training fühle, und gönne mir danach auch eine kleine Belohnung, wie z. B. eine wohlige Wanne. Gut ist auch, wenn man sich kein Zeitlimit setzt, nach dem Motto, ich muss jetzt zwei Stunden trainieren, sondern einfach anfängt und schaut, was passiert. Und manchmal darf man den Sport auch einfach mal ausfallen lassen.

Welche Sportarten würden Sie für die Wintermonate empfehlen, die man mit und ohne Schnee regelmäßig ausüben kann?

Da bieten sich natürlich Indoor -Aktivitäten an, wie z. B. Schwimmen. Mit der richtigen Ausrüstung kann man aber eigentlich bei jedem Wetter auch joggen.

Die meisten Menschen haben Angst, sich im Winter zu erkälten. Gibt es etwas, was man beim Sport im Freien während der kalten Jahreszeit besonders beachten sollte?

Hier spielt die richtige Kleidung eine wichtige Rolle. Man darf sich nicht zu warm, aber auch nicht zu dünn anziehen. Am besten sind Sachen aus atmungsaktivem Material. Wenn man während des Trainings friert, dann sollte man sich aufwärmen. Regelmäßiges Training an der winterfrischen Luft stärkt die Abwehrkräfte, mir hat das immer gut getan.

Können Sie unseren Lesern ein paar Ratschläge geben, wie sie sich auf die Skisaison am besten vorgebreiten können?

Ich empfehle, circa einen Monat vorher die Ausdauer zu trainieren und 14 Tage, bevor es auf die Piste geht, ein- zweimal die Woche Skigymnastik zu machen. Dann sind die Muskeln und Gelenke fit für das Skivergnügen!

Es gibt wohl nichts Schöneres als die Dusche nach dem Sport. Im Winter leidet die zu Trockenheit neigende Haut jedoch doppelt. Können Sie unseren Leser Pflegetipps aus Ihrem Erfahrungsschatz geben.

Ja, das Problem mit trockener Haut kenne ich sehr gut. Ich benutze daher sehr reichhaltige Produkte mit einem hohen Anteil an Urea, da ich über die Jahre festgestellt habe, dass das meiner Haut wirklich hilft. Vor allem achte ich aber darauf, dass die Cremes nicht so fettig sind und Spuren hinterlassen. Das ist bei speziellen Produkten auf Schaum-Creme-Basis aus der Apotheke nicht der Fall und deshalb benutze ich diese Produkte einfach so gerne. Die Schaum-Cremes ziehen schneller ein und hinterlassen keine klebrige Schicht auf der Haut. Ich bin eine überzeugte Nutzerin.

Was ist das Geheimrezept hinter Ihrem strahlenden Aussehen?

Unabhängig von Pflegeprodukten glaube ich, dass Ausstrahlung und gutes Aussehen von innen kommen. Wenn ich zufriedener bin und wenn es mir gut geht, dann schau ich mich auch lieber im Spiegel an. Gute Pflegeprodukte und ausgewogene Ernährung wirken natürlich unterstützend und darauf achte ich auch jetzt nach meiner aktiven Sportlerkarriere noch sehr.

Wir danken Ihnen für das Gespräch!
Magdalena Neuner

wurde am 9. Februar 1987 in Garmisch-Partenkirchen geboren. „Lena“, wie ihr Spitzname lautet, stand mit vier Jahren erstmals auf Alpinski. Zwischen ihrem Debüt im Weltcup 2006 und dem Karriereende 2012 gewann Magdalena Neuner 34 Einzelrennen im Biathlon-Weltcup, dreimal den Gesamtweltcup und sieben Disziplinen-Weltcups. Mit insgesamt 63 Podiumsplatzierungen gehört sie zu den erfolgreichsten Sportlerinnen in der Geschichte des Weltcups. Bei Biathlon-Weltmeisterschaften ist sie mit zwölf Goldmedaillen Rekordtitelträgerin und stand insgesamt 17 Mal auf dem Podium.